Montag, 20. Oktober 2008

Das Haus am See

oder: 2 Tage am vielleicht schönsten Platz der Welt

Dieses Wochenende ergab sich für mich noch einmal die Gelegenheit ins Ferienhaus von Diane und Willy zu fahren um dort ein paar Arbeiten zu erledigen. Es galt das Haus für den Winter fertig zu machen und das Bootsdock aus dem Wasser zu holen. Eigentlich wollten die beiden zusammen zusammen dort hoch, während ich zusammen mit einer einderen Wwooferin solange auf den Hof aufpassen sollte. Es viel dann aber die Entscheidung, dass ich Willy dabei besser helfen könnte als Diane. Natürlich sagt man da nicht nein!

Toni und ich hatten dort damals die vielleicht beste Zeit während unserer 3-wöchigen British Columbia-Rundreise. Diesesmal würde ich fast so weit gehen zu behaupten, dass es dort im Herbst noch schöner ist als im Sommer! Ausser das man jetzt nun wirklich nicht mehr im See schwimmen konnte. Ach Papa: Das blaue Sofa auf dem du damals gepennt hast, kann man überings zu einem großen komfortablen Bett ausklappen! Sorry, habe ich auch erst jetzt erfahren :-)

Das Haus liegt gute 6 Stunden nördlich von Fort Langley in einer Gegend die South Cariboo Regional District genannt wird. In der Tat sieht man da normalerweise viele Cariboos und sonstiges Wildgetier, allerdings ist in Kanada grade Jagd-Saison und so haben wir dieses mal kaum etwas gesehen. In der Umgebung gibt es ausser ein paar Seen nicht sehr viel, die nächste Stadt ist eine Stunde entfernt, der einzige Pub immerhin 20min mit dem Auto. Mitten in der Wildniss also!

Auf dem Hinweg gabs schon mal die ersten herbstlichen Eindrücke, viel habe ich ja bisher noch nicht gesehen seitdem ich aus Californien wieder zurück bin. Die Coast Mountains, ein stattliches Gebirge zwischen der Küste und den Rockys, waren am Tag unserer Abreise in dichten Nebel gehüllt, erst nach einiger Zeit kamen wir über die Wolken wo sich dann dieser toller Ausblick ergab:


Abends angekommen haben wir dann noch schnell den mitgebrachten Bootstrailer fertig gemacht und sind essen gegangen. Zufällig war grade ein Football Spiel, und sportverrückt wie die Kanadier nunmal sind kommt man natürlich in keinem Laden an dem Spiel vorbei. Aber immerhin, die BC Lions haben 36:28 gegen Edmonton gewonnen!

Früh am nächsten morgen lag dichter Nebel über dem ganzen See, der sich erst nach und nach verzog. Ich war zwar noch halb am schlafen, konnte aber aus dem Fenster einen flüchtigen Blick nach draussen erhaschen und hatte seit dem nur noch diesen einen Gedanken: Wenn du da jetzt nicht rausgehst um zu fotographieren, wirst du es später nur bereuen!
Das Ergebnis:



Alle Bilder sind jetzt im Fotoalbum!
Später haben wir dann gefrühstückt und uns an die Hauptaufgabe, dass an Land holen des Docks, gemacht. Keine so leichte Aufgabe wie sich schnell rausstellte! Insgesamt waren wir damit locker 4 Stunden beschäftigt! Erst habe ich das Motorboot am Dock befästigt und es dann ans Ufer gefahren, Willy hatte schon den Trailer in Wasser gelassen. Leider war die Rampe von dicken Steinen gesäumt und weil der Wasserspiegel nach dem Sommer so niedrig war, passte das Dock nicht mehr zwischen durch. Mit viel hin und her hat es dann hinterher doch noch gepasst.
Nach dem Mittagessen war dann alles "wichtige" erledigt, Zeit also das Quad und die Enduro klar zu machen um ein bisschen durch die Pampa zu cruisen! Das Gelände eignet sich dafür optimal, es gibt kleine Trails die durch den Wald und über Felder führen. Zwischendurch kamen wir an einen richtigen Spielplatz für Quads; mit Rampen, steilen Hängen, scharfen Kurven und tiefen Pfützen. Oh man ein Spielplatz für erwachsene Kinder, yeeha! 3 Stunden und 25km später waren wir wieder zurück. Gut, dass es in der Bloghütte einen Kamin gab, es war den ganzen Tag über nur knapp über 0°C :-)
Zur Feier des Tages ham wir abends noch den Grill angeschmissen und ein typisches kanadisches BBQ gehabt. Gegrillt wird hier wohl scheinbar year-round.

Sonntag Vormittag haben wir noch etwas aufgeräumt und sind dann noch zu Freunden von Willy gefahren, lag quasi auf dem Weg (1 Stunde Umweg). Dort war es aber auch ganz nett und wir haben noch einmal die landestypische Gastfreundschaft erfahren und sind zum Mittagessen eingeladen worden. Trotz Jagdsaison sind uns dann auch noch ein paar Big Horn Sheeps (keine Ahnung wie die auf deutsch heißen, sehen ein bisschen aus wie Steinböcke) über den Weg gelaufen. Fotos sind im Album.
Der Rückweg führte uns über den legendären Highway No. 1 durch den Fraser-Canyon. Mein alter Herr mag sich vielleicht noch dran erinnern! Ich sage nur "Fahr nicht so schnell! Schalte mal einen Gang runter!" "Papa, ich fahre nur 60, hier darf man 90!!") Der Highway führt durch ein sehr steiles Tal und gehört wegen des anspruchsvollen Terrains zu den teuersten Strassen in ganz Kanada. Willy hat damals selbst an dem Highway mitgebaut und konnte noch einiges aus den alten Zeiten erzählen. Bevor es den Highway überhaupt schon gab, führten bereits schon 2 Eisenbahntrassen durch den Canyon. Auf der wichtigsten Verbindung zwischen der Westküste und dem gesamten Osten Kanadas fahren täglich unzählige Güterzüge, jeder einzelne über 2 Kilometer lang! (Nein, es ist nicht übertrieben!)
Vorhin sind wir dann, nach über 1000km Strecke an diesem Wochenende, wieder in Fort Langley angekommen. Wenn ich nicht morgen nach Vancouver Island fahren würde, würde ich diese 2 Tage ohne weiteres als die geilste Zeit in diesem Herbst bezeichnen :-)

Alle Fotos der letzten Tage gibt es jetzt ein einem neuen Fotoalbum. Dabei sind Dianes Farm in Fort Langley (im Nebel), das Thanksgiving-Fest, der Fahrt ins South Cariboo und dem Haus am See. Dieses mal sind ein paar echt gute Shots dabei ;-)

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Schön da!!! Schön vom Sofa aus!! Schön da!!!

SYLV

Anonym hat gesagt…

Die vielleicht schoensten Tage fuer dich.
Und die wohl schoensten Fotos deines Trips fuer uns, wie ich finde.