Dienstag, 22. Juli 2008

Road Report

Wieder ist einige Zeit vergangen, wieder ist zu viel passiert um alles in aller Ausführlichkeit hier zu berichten. Aber der Reihe nach:
Nach der Horse Ranch in Penticton ging es für 2 Tage nach Kelowna, anschließend mit einigen Umwegen Richtung Vancouver, nach rund einer Woche auf einer weiteren Pferde Farm nahe der Stadt ging es dann mit meinem Vater auf einen langen Roadtrip durch die Rocky Mountains und die Westküste wieder nach VanCity.

Kelowna Music

Wenn man also schon mal im Okanagan ist, jener berühmten Gegend für Wein, Obst und trockenes Klima, sollte man an Kelowna nicht einfach vorbei fahren. Die Stadt ist noch etwas größer als Penticton und liegt ebenfalls am Okanagan Lake. Durch die neu gewonnene Freiheit, verbunden mit dem unschlagbar großen Vorteil der Flexibilität durch den neuen alten Bus war ein spontaner Abstecher also kein Problem.
Und wie das halt so ist, man läuft rum, guckt sich Downtown an, kommt mit Leuten ins Gespräch und schon weiß man, was abends im Dorf abgeht! Die Entscheidung viel auf das „Habitat“ wo an diesem Abend ein Konzert mit mehreren Bands stattfinden sollte. Und, suprise suprise, die Mukke war sogar richtig gut! Erst spielten 'We are the city' und später 'Mother Mother'. Beides wirklich gute Rock-Pop-Bands aus Kanada.
Und wie es dann halt auch so weitergeht, lernt man noch mehr Leute kennen, geht nach dem Konzert noch einen trinken und bekommt prompt die Einladung doch einfach noch einen Tag länger in der Stadt zu bleiben, um gleich am nächsten Abend wieder auf ein Konzert zu gehen. Super Sache! Der nächste Tag selber wurde dank minder kontrolliertem Biergenuss des abends zuvor, zu einem Strand-Erholungs-Tag. Das andere Konzert war dann nicht mehr ganz so gut, es hat sich aber trotzdem gelohnt.

The long road to Fort Langley

Ohne eine Plan für die nächsten Tage, fuhr ich dann also wieder zurück ins 5 Stunden entfernte Vancouver. Eigentlich wollte ich in einem der vielen Vororte die Nacht über residieren, die waren aber alle sowas von langweilich, dass Downtown immer näher kam, ebenso die Notwendigkeit einer Idee, wie man die folgenden Tage möglichst sinnvoll verbringen könnte!
Die Entscheidung viel dann am nächsten Tag auf eine weitere wwoofer-Farm in Fort Langley, 45min ausserhalb. Da, wie man vielleicht bereits merken konnte, meine spontane Seite der der langen Vorrausplanung stark überwiegt, hielt ich es auch nicht für nötig dort vorher mal anzurufen um mich über die Gegebenheiten zu informieren.

Die Germans und das 5. Rad

Obwohl bereits 4 andere Wwoofer da waren (und wahrscheinlich nicht genug Arbeit), hat Diane trotzdem ja gesagt und mich aufgenommen. Die Time Out Farm war ebenfalls eine Horse Ranch, allerdings ging es hier eher um Zucht und nicht um Trailrides für Touristen. Die Arbeit war aber in etwa gleich, dazu kamen dann noch einige gärtnerische Tätigkeiten die von Rosen schneiden und Beete bepflanzen bis hin zu Felder abmähen mittels Traktor reichten.
Wie sich schnell heraus stellte, waren die andern Wwoofer (2 Jungs und 2 Mädels) ebenfalls deutsche. Wir sind dann das ein oder andere mal abends unterwegs gewesen und waren sogar im Pazifik schwimmen! Nicht ganz ohne Abenteuer, als wir am White Rock Beach vom Pier ins Meer gesprungen sind und nur Sekunden später unter uns ein kleiner Hai auftauchte! Ungefähr 1,50m lang und angeblich ungefährlich für Menschen, wars trotzdem aufregend :-)
Trotz aller gemeinsamen Aktivitäten kam ich irgendwie nie so richtig in die Gruppe rein, und so wars dann auch nicht soo tragisch, als dann nach einer guten Woche auf der Farm die Rundreise mit meinem Vaddi losging.

Rocky Roadtrip

Über Penticton und Revelstoke sind wir in die Rockys nach Banff gefahren. Dort sah mittlerweile alles etwas anders aus als letzten Winter! Wir haben sogar einen kurzen Abstecher nach Sunshine Village gemacht, dem Ski Gebiet wo ich fast 3 Monate gearbeitet habe. Alles glich förmlich einer großen Baustelle, das Hotel war zur Hälfte abgerissen und wird bis zum Winter neu wieder aufgebaut. Die Pisten waren inzwischen alle grün und nicht mehr viel erinnerte hier oben an eines der größten Ski Gebiete Kanadas!
Die Route ging weiter nach Norden über den Icefields Parkway, der Touri-Tour schlecht hin. Wir machten Stops in Lake Louise (Fotos!) und einem Wilderness Hostel irgendwo im niergendwo, wo es an dem Tag sogar geschneit hat, mitten im Juli! Das Wetter wurde aber schnell wieder wärmer und wir sind weiter nach Jasper, von dort wieder westwärts aus den Bergen raus. Die Liste aller Zwischenstops und Aktivitäten würde den Rahmen dieses Eintrages sprengen. Ein bemerkenswerter Ort war jedoch das Ferienhaus von Diane und Willy, meinen vorherigen Wwoofer-Hosts, die uns eingeladen haben ein paar Tage hier zu bleiben. Das Haus liegt wunderbar gelegen an einem See, hier gibt’s 2 Motorboote, ein Quad, ein SkiDoo und noch andere Dinge die einem das Herz höher schlagen lassen :-)
Zur Zeit sind wir auf Vancouver Island, mehr darüber gibt’s dann im nächsten Blog.

Der Bus

Mittlerweile habe ich auch etwas mehr über den Bus rausgefunden. Der imense Verbrauch von nahezu 20L/100km hat uns in eine Werkstatt getrieben um den Motor mal überprüfen zu lassen. Für schlappe 120$ stellte sich dann raus, dass es sich im einen V8 mit 5,2L Hubraum und 300PS handelte! Uups! Und an dem Verbrauch hat sich dadurch auch nichts geändert. Das wird wahrscheinlich die fetteste Karre sein, die ich jeh besessen haben werde.
Da mein Goldrausch nicht sehr gewinnbringend war und auch der letzte Job schon mehrere Monate zurück liegt, ist es an der Zeit, den Van wieder zu verkaufen! In einer Stadt wie Vancouver bringt er mir sowieso nichts.

Die Zukunft ist mal wieder deutlich unterstrukturiert. Wage Plähne sehen vor, kurzzeitig einen gut bezahlten Job anzunehmen, 6 Wochen zu arbeiten und dann nach Californien zu fliegen und die ganze Kohle wieder zu verprassen! Klingt erstmal gut, wird aber mindestens so schwer, wie den alten Van wieder zu verticken! Aber da ist wenigestens schon mal ein Ansatz.
Danach würde ich gerne mal nach Toronto, die Pläne bis nach Halifax zu kommen sind mittlerweile begraben. Vielleicht gehe ich auch einfach mal wieder arbeiten...


Neben den Bildern im Album, gibt’s diesmal noch eine Diashow in Form eines kleinen Videos.
(Sound an machen!)