Montag, 24. September 2012

A Month Full Of Saturdays

Lange lange lange habe ich gewartet. Um die vier Jahre müssen es ungefähr sein. Es war ebenfalls in Kanada, dass ich das letztemal meinen Bart komplett abrasiert habe. Tja hin und wieder kommt man mal auf so 'ne Schnapsidee. Ganz schön nackich im Gesicht! Sah damals wie heute scheiße aus, ich lasse ihn jetzt wieder wachsen.

Kommen wir zu den wichtigeren Neuigkeiten: Wie der ein oder andere vielleicht über Facebook mit verfolgt hat, war ich zusammen mit Isa und Petra ein paar Wochen auf großer Rundtour durch British Columbia (Für alle die es nicht mit verfolgt haben: außer ein paar Statusmeldungen und ein paar Fotos (die es auch hier gibt) habt ihr nichts verpasst). Es war eine Tour, die ich schon lange machen wollte und die mir sehr viel bedeutet hat. Dazu kam noch der glückliche Umstand, dass Isa und Petra mit dabei waren und sie so nicht nur einen Teil meiner Vergangenheit, sondern auch ein tolles Land und viele tolle Menschen kennengelernt haben.
Los gings im großartigen Vancouver. 4 Tage geballtes Kanada, das in Vancouver immer ein Dreiklang aus Bergen, viel Wasser und moderner Urbanität ist. Die Metropole am Pazifik liegt unmittelbar am Wasser und ist geprägt durch viele Meeresarme und den mächtigen Fraser River. Auch ist hier einer der größten Häfen Nordamerikas (noch dazu fast in der Stadt). Im Stadtkern dominieren sowohl Wolkenkratzer aus Glas und Stahl, als auch einige große historische Gebäude. Gleich nördlich der Stadt fangen die Coast Mountains an und in einer guten halben Stunde ist man schon in den ersten Skigebieten. Schnee lag bei unserem Besuch noch keiner, also haben wir uns bei bestem Wetter die Füße platt gelaufen, am Strand, der Promenade am Convention Center oder im historischen Gastown Pausen gemacht und zwischendurch noch ein bisschen geshoppt.

Nach so viel Stadt war es dann erstmal Zeit für das genaue Gegenteil und so sind wir dann mit Zwischenstopp bei mir in Earls Cove weiter nach Vancouver Island gefahren. 2 Fähren, eine Übernachtung und viele viele Highwaykilometer später waren wir dann in Tofino. Tofino! Erfahrenen Kanada-Kennern sagt das schon alles. Der kleine Ort an der Westküste ist bekannt für seine langen Sandstrände (die einzigen hier im Westen an denen man surfen kann!) und die einzigartige Natur mitsamt Adlern, Bären, Walen und anderen Viechern. 3 Nächte (auf teilweise unbequemsten Fernsehzimmercouchen) haben wir hier übernachtet und haben neben oben beschriebenen Tieren auch noch viel vom Pacific Rim Nationalpark und angrenzenden Orten gesehen. Später gings dann weiter nach Victoria, der Hauptstadt von British Columbia. Die Hafenrobbe, die sich dort immer von den Touristen mit Fischen füttern lässt gibts immer noch! Am Abend habe ich mich dann noch mit 2 von unseren Summer Students auf ein Bierchen getroffen.
Nach nur einer Nacht sind wir dann mit der Fähre wieder aufs Festland, genauer gesagt nach Fort Langley, wo ich 2008 bei Diane und Willy auf der Farm gearbeitet habe. Es war ein tolles Wiedersehen und wir wurden spontan zum Abendessen eingeladen. Es gab - typisch kanadisch - Lachs! Ich glaube so guten Lachs wie hier bekommt man in Deutschland gar nicht! Dieser war auf jeden Fall fangfrisch und richtig gut! Gleich am nächsten Morgen sind wir dann mit Abstechern in den Manning Park Provincial Park und Princton weiter gefahren nach Penticton. Auch hier habe ich 2008 mal kurze Zeit auf einer Pferdefarm gearbeitet (später wurde mir die zweifelhafte Ehre zu Teil, dass ein Pferd nach mir benannt wurde. Ich hab es dieses mal leider nicht getroffen). Hier haben wir dann auch Theo und Anne besucht. "Damals" habe ich Theos alten Bus gekauft und bin damit kreuz und quer durch Kanada gegurkt. Wir haben über dieses und jenes gequatscht und haben danach noch eine Wüste besucht. Eine Besonderheit, da man erwartungsgemäß in Kanada eher selten Wüste hat. Hier regnet es nur sehr sehr selten, da der meiste Regen vorher in den Bergen runter kommt und daher gibt es hier ein besonders wertvolles Ökosystem. Isa und Petra fanden es allerdings eher langweilig weil überall höchstens mal ein paar Büsche rumstanden und man keine Tiere gesehen hat. Die meisten, wie z.B. Klapperschlangen, sind hier aber auch vom Aussterben bedroht.
So ich muss mal hinne machen, der Text zieht sich wie Kaugummi und es kommen noch so viele Stationen! Im Okanagan Valley haben wir dann noch ein paar Bären und Coyoten gesehen. Standard. Weiter gings nach Revelstoke. Schon fast Rocky Mountains! Auf jeden Fall eines der besten und anspruchsvollsten Skigebiete in ganz Nordamerika. Ich bin immer noch etwas neidisch auf Kristins Heliskiing hier. Der Jahreszeit geschuldet hatten wir auch hier noch keinen Schnee (ok, ein bisschen schon!), dafür aber größtenteils super Sommerwetter und richtig schön warm. Unsere vorletzte richtige Station war Clearwater, nahe dem Wells Grey Provincial Park. Ein sehr großes Plateau an dessen Rändern es einige der beeindrucktesten Wasserfälle in Kanada gibt! Fotos von den Spahat Falls, Dawsen Falls und den riesigen Helmcken Falls gibts alle im Album BC Roadtrip.


Das Highlight auf dieser Tour war dann der letzte Ort, der eigentlich an garkeinem Ort ist, sondern mitten in der Wildnis. Gelegen im South Cariboo, irgendwo zwischen 100 Mile House und Little Fort liegt der Sheridan Lake. Auf über 1000m Höhe und abseits von allen großen Highways, nur über ein paar Dirtroads zu erreichen. Diane und Willy haben hier ein Cottage, eine Art Ferienhaus am See. Einer der schönsten Orte überhaupt und ich war so froh wieder hier sein zu können. Neben der Tatsache das hier ein schickes Motorboot, ein Quad, 2 Motorräder und ein SkiDoo steht, ist es aber trotzdem meistens seehr ruhig und man hat den See fast für sich allein. Von hier ging es noch für eine Übernachtung nach Hope und dann wieder zurück zum Flughafen wo ich meine beiden Lieben dann wieder verabschieden musste. Ich bin mittlerweile wieder in Earls Cove und darf mich mit meinem Praktikum rumschlagen.

Diese Tour war jetzt schon das Beste an Kanada 2012. All die Leute wieder zu treffen, nochmal an die Orte von 2008/09 zurück zu kehren, das war unbeschreiblich. Back to the Coast Zurück an der Sunshine Coast gabs heute Morgen erstmal ein weiteres Kapitel in Sachen Fahrrad. Das Rückrad hat immer schon etwas Luft verloren, meistens hielt es aber für 3-4 Tage. In dieser Annahme bin ich dann heute morgen wieder zur Arbeit geradelt, allerdings war für den Reifen heute schon nach der Hälfte der Strecke wieder Ende im Gelände. Mangels Alternativen bin ich dann die letzten Km ohne Luft zur Arbeit gefahren. Jetzt geht die Suche nach Ersatzteilen wieder von vorne los! Vielleicht hält ja auch der Flicken der jetzt drauf ist.
Was meine Praktikumsstelle angeht, verliere ich mittlerweile echt die Geduld. Mittlerweile ist nämlich garkeiner mehr da und ich schmeiße das Besucherzentrum da alleine. Was für die Besucher erst mal nicht weiter schlimm ist, da es um diese Jahreszeit eigentlich keine mehr gibt. Das heißt ich sitze den ganzen Tag alleine rum, ohne großartig was zu tun und was noch viel schlimmer ist, ohne vernünftiges Internet! Hin und wieder ist es mal für ein paar Stunden ganz weg, dann geht es mal gaaaanz langsam und dann auch schon wieder nicht. Die 6-Wochenfrist in der ich mich um ein Projektthema hätte kümmern sind jetzt seit 4 Wochen abgelaufen und meine Chefs (oder wer sich dafür hält) sind immer noch nicht mit einer klaren Ansage um die Ecke gekommen. Natürlich kann es sich wie immer nur noch um Tage handeln bis endlich ein Meeting ansteht. Mir wäre es ja sowas von scheißegal wenn ich den ganzen Tag nur rumpimmeln würde, wäre da nicht dieser klar vorstrukturierte Bericht, der nur noch darauf wartet mit praktikumsfüllenden Themen geschrieben zu werden. Vielleicht ist hier bald die große Kunst der Rumlaberei gefragt, sollte es nicht sehr bald was zu bearbeiten geben. Zwischenzeitlich habe ich schon mal mit dem Gedanken gespielt mir noch schnell eine andere Stelle in Kanada zu suchen. Allerdings wäre das wohl nur unter größten Umständen möglich.

Filme

Es wird bis auf weiteres erst mal keine neuen Video Blogs geben. Ich habe mittlerweile so viel Filmmaterial und noch so viel damit zu tun alles hinterher in eine große Produktion zu stecken das ich nicht mehr dazu komme, kleine Teile zu machen. Freut euch auf das Finale :-)

Dienstag, 4. September 2012

Kanada Film - Teil 3



Kanada Film - Teil 3: Nelson Island