Montag, 15. Dezember 2008

Die Sache mit der Post...

Auch wenn es mittlerweile schon etwas spät ist, hier jetzt nochmal Aufklärung darüber wie ich Post empfangen kann:
Die aktuelle Adresse ist:

T*** W******
c/o Human Recources
Sunshine Village Ski & Snowboard Resort
P.O. Box 1510
Banff AB T1L1J5 Canada

- Natürlich ist die rechts angegebene Adresse auch noch korrekt, nur das mich die Post dann ein kleines bisschen später erreicht.
Die Adresse in Vancouver ist das Büro von Global Lifestyles Canada (GLC). Diese Organisation dient mir hauptsächlich dazu, sämtliche Post für mich zu empfangen und dann an mich weiter zu leiten. Das hat den Vorteil, das ich nicht jedes mal meine aktuelle Adresse an alle mitteilen muss, sondern einfach schnell der Organisation eine eMail schreibe und die dann alles sofort an mich weiterleiten. Diese Post wird von GLC nicht geöffnet und erreicht mich immer und zuverlässig und meistens auch nur mit 2-3 Tagen Verzögerung.
Zur Zeit befinde ich mich wieder in o.g. Ski Gebiet, wo ich auch noch eine Weile bleiben werde. Die Post kann jetzt also auch direkt dort hingeschickt werden ohne erst den Umweg über Vancouver nehmen zu müssen.

- Eine Festnetznr. habe ich zur Zeit leider nicht. Ich habe aber eine kanadische Handynr. (die ich euch auf Anfrage gerne gebe), an die man auch aus Deutschland günstig SMS versenden kann. Ich werde versuchen mich bei euch über Weihnachten nochmal persöhnlich zu melden, allerdings muss ich die nächsten Wochen über die Festtage und Sylvester fast komplett durcharbeiten (Day-/Nightshift).

- Meine eMail Adresse ist nach dem Wechsel von compuserve zu gmail nach wie vor die, die ich auch damals zugeschickt habe. Ich bemühe mich innerhalb weniger Tage zurück zu schreiben :-)

Euch allen wünsche ich Frohe Weihnachten, einige entspannte Festtage und einen Guten Rutsch ins neue Jahr! :-)

Ich werde (garantiert weiße) Weihnachten und Sylvester dieses Jahr auf 2200m hier im Ski Gebiet verbringen. Mehr dazu und wie man bei Temperaturen von -52°C noch arbeiten kann, gibts dann bald in einem ausführlicheren Blogeintrag.

Montag, 8. Dezember 2008

Finale

Und wie aus der Krise eine Erfolgsstory wurde.


Hello Mr. President

Wenn einem etwas nicht gefällt, sollte man es ändern. Manchmal helfen da nur große Schritte, schnelle Entscheidungen und in diesem Fall - Flucht! Also habe ich spontan ein paar Flugtickets gebucht um dann 2 Tage später von Toronto aus wiedermal in die USA zu fliegen: Washington DC
Die großen Ziele ander Ostküste lagen einfach zum greifen nahe und diese Möglichkeit wollte ich mir dann nicht entgehen lassen.
In Washington war blauer Himmel und strahlender Sonnenschein, dazu noch angenehm warm (was zu dieser Jahreszeit halt so warm ist). Die Stadt ist ziemlich genau so groß wie Essen und zu meiner Überraschung gibt es dort keine Wolkenkratzer! Ein Gesetz besagt, dass kein Gebäude höher als das Capitol sein darf. Und so ist bei Bürogebäuden ab dem 10. Stockwerk schluss. Das gibt der Stadt eine angenehme Offenheit und gute Übersichtlichkeit. Das HI Hostel liegt ziemlich zentral und man bequem zum Weißen Haus laufen. Bei meinem ersten Besuch landete zufällig grade dann auch gleich mal der Hubschrauber des Präsidenten (Fotos!). Ich weiß aber nicht ob er wirklich drin saß. Das ganze Gebiet ist hermetisch abgeriegelt, überall laufen Secret Service Beamten rum und es sind Kameras an den Laternen. Um etwas näher an das Weiße Haus ran zu kommen konnte ich aber unbemerkt über ein, zwei Absperrungen drüber klettern und ein paar Fotos machen.
Auch auf meinem Flug nach DC bin ich so oft wie noch nie vorher kontrolliert worden. Insgesamt 6 mal (!) Ausweis überprüft sowie 2 mal persöhnlich durchsucht und abgescannt worden.



Eine der bekanntesten Attraktionen in Washington ist die National Mall. Das ist nicht etwa eine Einkaufsstrasse, sondern eine breite und mehrere Kilometer lange Wiese an der rechts und links einige große und bedeutende Museen aufgereiht sind (u.a. Museum Of American History, Museum Of The American Indian, National Art Museum, Museum Of Natural History, National Air & Space Museum usw.). Am Kopfende steht das Capitol, mitten drauf das Washington Monument, ein Stück weiter das World War 2 Memorial und ganz am Ende das Lincoln Memorial. Man merkt schon in DC kann man einiges sehen. Insgesamt war ich 5 Tage dort und die Zeit hat grade eben so ausgereicht, wobei ich da noch nichtmal das Pentagon besucht habe. Das beste ist, dass so gut wie alle Museen umsonst sind, dabei aber wirklich gut und intressant!
Ein Stadtteil von DC ist Georgetown. Dort steht u.a. auch die bekannte Georgetown University, wo ein Semester ungefähr 27.000$ kostet. In dieser Gegend wohnen auch viele Kongressabgeordnete und bekannte Menschen. Auf einer der abendlichen Touren bin ich auch am letzten Privathaus von John F. Kennedy vorbei gekommen. Preis heute: 3,5 Millionen $. In Georgetown gibt’s auch einige Bars und Kneipen, sodass ich mit einer Ausnahme jeden Abend unterwegs war. Das Nightlife kann dort durchaus mit den großen Städten mithalten!
Während ich in der Stadt war, wurde in Amerika grade Thanks Giving gefeiert. Das ist DAS große Fest in den Staaten, so wie bei uns Weihnachten und Ostern zusammen. Das Hostel hat dazu sogar ein großes Truthahn Dinner spendiert und dazu noch Livemusik organisiert. Es gehört zur Tradition an Thanks Giving für wohltätige Zwecke zu spenden oder sich in seiner Nachbarschaft zu engagieren und so wurde unser Dinner dann auch von einigen Nachbarn mitorganisiert.
Eine weitere Tradition bei besagt, dass bevor man weiter reist die letzte Nacht grundsätzlich durchgemacht wird.
Entsprechend habe ich dann auf der 5 stündigen Busfahrt nach New York dann auch viel geschlafen.

New York, New York

New York ist einfach überwältigend! Als ich aus Washington ankam, hats hier erstmal gestürmt und geregnet wie sonstwas. Eine kleine Abwechslung zu Washinton wo eigentlich permanent die Sonne geschienen hat. Vom Busterminal in Lower Manhatten gings dann mit der U-Bahn zur Upper Westside, wo das Hostel gleich neben dem Central Park liegt. Das Hostel ist theoretisch ganz schön, einzig die 12-Bett Zimmer hätten meiner Meinung dann doch mit etwas weniger Betten bestückt werden können. Am nächsten Tag gings dann erstmal einmal zu Fuß durch den Central Park und anschließend nach Downtown. Die Stadt ist einfach soo riesen groß, dass das locker schon mal ein paar Stunden dauert (Fotopausen mit eingerechnet). Das Wetter war zum Glück wieder ganz gut und in der Stadt wird schon wie wild Weihnachtsdekoration aufgebaut, es gibt mehrere Eislaufbahnen am Central Park, Bryant Park am Times Square und am Rockefeller Center. Um auch direkt so viel wie möglich mitzunehmen, bin ich dann spontan ins Empire State Building gegangen. Nachdem das WTC eingestürzt war, nun wieder nach höchste Gebäude in New York.
Von hier an hat eine Verkettung lauter unglaublich verrückter Zufälle dem Tag eine intressante Verlaufsform gegeben.
Oben auf der Aussichtsplattform stand ich plötzlich neben Loïc Ifrah, einem Neuseeländer den ich schon in Montréal im Hostel getroffen habe! Die Welt ist doch sehr klein :-) Wir haben dann ein bisschen gequatscht über dies und das, und er hat dann gefragt ob ich für den Abend schon was vor hatte, er wollte evtl mit ein paar Freunden was machen. Gute Idee eigentlich für den ersten Abend in New York. Wir haben dann kurz darauf eine Freundin von seinem Cousin aus NY getroffen (man merkt schon, entfernte Verbindungen). Sie meinte das heute einiges los wäre, u.a. spielt ein Freund von ihr bei einer Band die grade ein Open Air Konzert geben. Danach wollte sie evtl auf eine Party in einem Penthouse am Times Square, dort spielt dann wiederum eine andere Freundinn von ihr ein Konzert. 10$ Eintritt und freie Getränke.

The Insider

Okee das hörte sich doch schon mal sehr suspekt an. Wer schmeißt denn für das Geld ne Party in einem Penthouse?! Und dann noch mit Live Musik?
Wie auch immer, angucken könnte man es sich ja mal. Wir sind dann zuerst ein paar Blocks weiter zum ersten Live Act gegangen. Es stellte sich schnell raus, dass diese Band nicht die einzige war, sondern im ganzen Viertel was los war! Überall Fressbuden, kleine Stände und überall Musik und viele Menschen. Einer dieser vielen Acts war eine Percussion Gruppe, die dort eine Art Workshop gemacht haben. Es gab ein paar Djemben und dann wurde ordentlich Krach gemacht. Als professioneller Percussion-Anfänger konnte ich mir das natürlich nicht nehmen lassen! Und es hat irre viel Spaß gemacht :-) Was auch immer danach noch kommen würde, der Abend war jetzt schon gut!
Ok, weiter gings dann zu diesem dubiosen Penthouse, welches dann auch wirklich existierte, ein Hochhaus, mitten am Times Square. Der Aufzug endete im 10. Stock dann genau im „Wohnzimmer“ der gesuchten Location. Dieses Penthouse war ein Aufnahme Studio und die „Party“ war eine Insider Veranstaltung wo mehr oder weniger etablierte junge New Yorker Musiker sich mit Ihresgleichen, sowie Menschen aus der Musikindustrie hin und wieder treffen um in gemütlicher Atmosphäre und vielleicht grade mal 20-30 Leuten kleine Acoustic Konzerte zu geben. Und wir mittendrin! Man kam dann auch mit ein paar von diesen Leuten ins Gespräch und kurze Zeit später standen genaus diese Menschen auf der Bühne und haben Musik gemacht. Das waren nicht irgendwelche Dorfmusiker, sondern wirklich hoch professionelle Singer & Songwriter, teilweise bereits mit Plattenvertrag und Album, teilweise war letzteres grade in der Mache.

„For years, top artists like Snoop Dogg, Paul McCartney, Coldplay, Outkast and Creed, have made incredible music in the Penthouse rooms of the legendary Quad Studios.“

Gespielt haben u.A. Dori Colangelo (Freundinn der Freundinn die uns dort hingeschickt hat und unser Alibi warum wir überhaupt da drin waren), klassische Singer- Songwriterin aber wirklich gute Stimme, TJ Moss Band (Acoustic, Pop, Soul) und Christina LaRocca & Heavy Weather (Jazz, Soul, Rock). Nach dem Konzert gabs dann noch ein paar Drinks auf dem Dach des Studios mit Aussicht auf Manhatten.
Dieser Abend gehörte ohne Zweifel zu den beeindruckendsten Erlebnissen meiner gesammten Reise. Manchmal hat man einfach unglaubliches Glück.

Einen Eindruck von der Location und den Musikern gibt’s hier:

Das Studio
TJ Moss Band
Dori Colangelo
The Heavy Weather Band

Ein paar Songs von diesen Abend incl. ein paar Interviews wurden jetzt vom Taited Blue Studio als Podcast veröffentlicht. Einfach mal bei iTunes „Artist Loft Series“ eingeben. Unser Konzert ist Episode 3 (03.12.08).

Weiter gings dann am Dienstag, wo sich gleich der nächste Zufall ergab. Felipe (der Brasilianer der aussieht wie Anthony Kiddies) mit dem ich schon in Toronto unterwegs war, war auch im New Yorker HI Hostel. Wir sind dann zusammen runter nach Lower Manhatten in den Financial District. Ground Zero, Wall Street, später dann nach China Town und Little Italy.
Wo früher einmal das World Trade Center stand ist heute eine große Baustelle. Vom neuen Freedom Tower und dem 9/11 Memorial ist allerdings noch nicht viel zu sehen. Auch sämtliche Gebäude drum herum wurden wieder repariert, nur eine einzelne Fassade wurde als Erinnerung etwas angekratzt gelassen. Ich habe den Tag darauf eine Frührung mitgemacht, geleitet von 2 Freiwilligen die am 11.09. damals dabei gewesen sind. Das war schon sehr intressant und bewegend.


Die vielen Bilder aus New York sind leider nur bedingt etwas geworden. Ich finde das fotographieren in New York extrem schwierig. Man bräuchte ein echt gutes Weitwinkel Objektiv um in den tiefen Häuserschluchten alles mit drauf zu bekommen. Leider war auch das Wetter fast immer bewölkt und trüb, so das man selten eine gute Aussicht oder gutes Fotolicht hatte.

Connections

Mitte der Woche bin ich dann umgezogen zu Alexandra, Sylvias Ex-AuPair Kind, die mir angeboten hatte ne Weile hier zu bleiben. Manchmal kommen echt lustige Verbindungen zu stande :-) Im Moment bin ich also grade auf den Campus der Columbia University im Upper Westend, wiederum gleich am Central Park und habe aus dem 14. Stock den besten Ausblick auf die Stadt den man sich vorstellen kann! Gleichzeitig gabs dann auch schon mal einen netten Vorgeschmack auf das Studentenleben, hier geht nämlich so gut wie jeden Abend irgendwo eine Party und man trifft auf viele verrückte Amis.

Zum Schluss gings dann noch ein paar Attraktionen hier besuchen, darunter der Flugzeugträger USS Intrepid, ein altes U-Boot, die Concorde. Dann noch einmal nach Hells Kitchen (intressanter Name für nen Stadtteil, wo es viele kleine extrem leckere Restaurants und Deli Foodshops gibt), wo ich ein Wein&Käse Laden entdeckt habe, der die weltbesten Schinken-Sandwiches (selbstgemachtes Brot mit Schinken, Käse, Salat, Birnen, Oliven, Essig& Öl) macht. Davon müsste man sich eigentlich direkt ein paar mitnehmen.
Heute abend bin ich dann nochmal mit Alex und ihren Mitbewohnerinnen essen gegangen. Zu guter letzt hat es jetzt sogar tatsächlich angefangen zu schneien. Hätte das nicht schon etwas früher passieren können? :-)


Und wo bleibt die Krise?

Es ist wohl unschwer rauszuhören, dass es mir hier schon wieder echt gut geht und von der kleinen Rezession nicht mehr viel übrig geblieben ist. Die Entscheidung nach Washington und NYC zu fahren war das beste Gegenmittel für die trübe Stimmung in Ontario, auch wenn der Rezession nur mit viel Geld geholfen werden konnte. Vielleicht ein Vorbild für die Weltwirtschaftskrise?

New York ist eindeutig der Höhepunkt und gleichzeitig auch das vorläufige Ende meiner Canada und USA Tournee. In den letzten Monaten habe ich weitaus mehr gesehen als ich überhaupt geplant hatte. Darunter Weltstädte wie Chicago, Los Angeles, San Francisco, Vancouver, Montreal und New York. Um den finanziellen Rahmen nicht völlig zu sprengen muss ich jetzt erstmal wieder ein bisschen Geld reinholen und arbeiten gehen.

Morgen wird es noch einmal spannend. Diese Nacht um 4.30 Uhr geht’s los zum Flughafen La Guardia, anschließend über Minneapolis zurück nach Calgary und dann im Bus weiter, zurück nach Banff in die Rocky Mountains, das alles an einem Tag. Über Freunde dort habe ich eine wage Zusage für nen Job dort bekommen. Ich hoffe mal das das klappt! :-)
Dann würde es nochmal für ein paar Monate in die Berge gehen.


City Ranking

Welche Stadt hat dir denn am besten gefallen? Wo kann man am besten shoppen gehen? Wie teuer ist New York wirklich? Sollte man lieber an die Ostküste oder and die Westküste fahren? Diese und ähnliche Fragen habe ich jetzt schon des öfteren gehört, und deswegen hier und jetzt, auf besonderen Wunsch von Lydia: Mein persöhnliches City Ranking! Berwertet wurden Vancouver, San Francisco, Los Angeles, San Diego, Chicago, New York, Montreal, Toronto, Washington DC, Victoria, Tofino, Banff und Calgary in folgenden Kategorien:

Sehenswürdigkeiten (max. 22P), Preise (max 15P, jeh teurer, desto weniger Punkte), Entertainment & Nightlife (max. 15P), Natur (max. 12P), Nahverkehr (max. 10P), Shopping (max. 11P), Sport (max. 10P) und Skyline (max. 5P).

Sehenswürdigkeiten (max.22P)
Hier hat New York (22P) eindeutig gewonnen, danach folgen Montréal (20P) and Chicago (19P). In New York gibt es über 500 Galerien, 200 Museen, 150 Theater und hunderte andere Plätze die absolut lohnenswert sind und von denen wahrschienlich jeder schon mal gehört hat. Montréal kann Punkten durch abwechslungsreiche Expo- und das Olympia Gelände, viele innerstädtische Sehenswürdigkeiten, Kirchen, Skyscraper und die in Nordamerika vielleicht einzigartige Altstadt.
Chicago gehört einfach zu den lohnenswertesten Städten in den USA. Man kann stundenlang einfach nur durch Downtown laufen und findet immer was intressantes.

Preise (max. 15P)
Hier sollten vielleicht ersteinmal die Verlierer genannt werden. New York ist zwar die größte, mit Sicherheit auch teuerste aller amerikanischen Städte. Ebenso San Francisco und Los Angeles aber auch Tofino auf Vancouver Island sind keine Orte zum Geld sparen.
Relativ günstig weg kommt man dafür in Calgary (14P), San Diego (13P) und Montreal (12P).

Entertainment & Nightlife (max. 15P)
Chicago, New York und Montreal kommen hier mit voller Punktzahl (15) gleichermaßen gut weg. In Chicago war ich schwer begeistert von den ganzen Blues Kneipen, wo fast jeden Abend Livemusik gespielt wird. Das gabs nirgendwo anders. New York überzeugt mit vielen Theatern (vllt in meinem Fall eher weniger relevant) und hunderten kleinen aber sehr guten Restaurants. Wie die Clubs hier sind kann ich leider nicht beurteilen, private Studentenpartys gibt’s hier aber viele! Montreal ist bekannt für ein überragendes Nachtleben. Hier findet jeder was für seinen Geschmack und die Preise sind durchaus ok!

Natur (max. 12P)
Hier schneidet Kanada wenig überraschend besonders gut ab. Insbesondere Tofino (12P) auf Vancouver Island hat sehr viel Wildlife zu bieten, auch Vancouver (12P) selber hat mit dem riesigen Stanley Park, den Bergen um Norden und den unzähligen Stränden volle Punktzahl erreicht. Banff (12P) in den Rocky Mountains muss hier wohl nicht weiter erwähnt werden. Wer nur das städtische sucht ist am besten in Calgary, Chicago oder Los Angeles aufgehoben.

Öffentlicher Nahverkehr (max. 10P)
...für mich als Rucksackreisenden immer besonders intressant. Ohne Zweifel hat hier Vancouver (10P) den Sieg davon getragen, mit dem besten und neustem Bussystem, dazu noch den Skytrain und die Fähren sind unschlagbar. Das alles dazu noch für relativ günstiges Geld.
Chicago und New York (beide 10P) haben beide ein sehr gut ausgebautes U-Bahn System (das in New York ist allerdings ziemlich verdreckt) und es fahren Busse zu allen Tages- und Nachtzeiten. Große und gut ausgebaute Flughäfen gibt’s ebenfall in allen diesen Städten.
Peinlicher Looser sind hier eindeutig Los Angeles (1P) und San Diego (3P) wo die Busse nur sehr vereinzelt fahren und man mit eigenem Auto auf jeden Fall um einiges besser dasteht („dastehen“ kann man in Los Angeles überings wirklich wörtlich nehmen).

Shopping (max. 11P)
Ohne in jeder Stadt wirklich ausgiebig geshoppt zu haben, ich versuche es mal in eine Reihenfolge zu bringen: New York (10P), Chicago (9P), Montreal (9P). Die Reihenfolge erklärt sich wohl am besten dadurch, jeh größer die Städte, desto vielfältiger die Einkaufsmöglichkeiten! In Relation zu den Preisen kann man wohl besser in den aber eher unspektakulären Städten wie Calgary oder Seattle einkaufen.

Sport (max. 10P)
Radfahren, Inlineskaten, Ski und Snowboard fahren, joggen, Kanu fahren kann man am besten in:
Vancouver (10P)! Die Stadt bietet eine vielzahl an verschiedensten Möglichkeiten! Wassersport am Meer, Wintersport in den nahe gelegenen Bergen, sämtliche Radsportarten im Stanley Park und auf ausgebauten Radwegen. Das gibt es nirgendswo anders in ganz Nordamerika! Banff (10P) ist mein persöhnliches Wintersport Highlight. Ausserdem kann man hier Reiten, Klettern, Kanu fahren, Wandern und und und. San Diego (9P) ist der Ort für alles was man an Stränden so machen kann: surfen, schwimmen, Kanu fahren, tauchen, joggen. Große Städte wie NY, Chicago oder San Francisco haben meistens Parks, die Möglichkeiten sind hier aber meistens eingeschränkt.

Skyline (max. 5P)
Nicht wirklich wichtig, wurde aber als Kriterium gefragt.
Ohne Frage: New York (5P) hat Manhatten und ist damit unschlagbar, Chicago (5P) hat unzählige Hochhäuser und sieht schon von weitem imposant aus, Vancouver (5P) liegt am Wasser und hat unzählige Glas- und Stahlbauten. Toronto (5P) dank dem CN Tower und dem Finanzzentrum.

Und welches ist die beste?

Vancouver (90 von 100P) schneitet nicht nur in objektiven Untersuchungen, sondern auch bei mir am besten ab. Der Mix aus Natur und Metropole machen diese Stadt noch einzigartiger als irgendeine andere Stadt in Kanada oder den USA.
Auf dem 2. Platz: Montréal mit 83 von 100P. Montréal bietet den perfekten Mix aus moderner Großstadt und geschichtsträchtiger Altstadt. Dazu ein riesiges Kulturangebot mit Festivals, Musik, Theatern und großartigem Nightlife.
Nur knapp dahinter: The Big Apple. New York (81 von 100P) spricht für sich selbst. Diese gigantische Stadt kann einem aber auch irgendwann zu viel werden.
Es folgen:
4. Chicago (77P)
5. Banff (73P)
6. San Diego (72P)
7. Washington DC (71P)
8. San Francisco (69P)
9. Tofino (67P)
10. Victoria (64P)
11. Los Angeles (61P)
12. Toronto (56P)
13. Calgary (51P)

Insgesamt würde ich sagen, das sich die Westküste eher lohnt als die Ostküste, wobei man fairerweise sagen muss, dass ich wirklich den größten Teil meins Jahres im Westen verbracht habe. Vancouver, die Zeit im Ski Gebiet, Californien. Das alles können selbst Montreal und New York nicht mehr rausholen.

Nachtrag:
Der längste Tag

Der Flug von NY nach Calgary war nicht so einfach wie vorher abgenommen. Um 5 Uhr morgens gings in Manhatten los zum Flughafen La Guardia. Irgendwie scheine ich auf die Sicherheitsbeamten immer einen schlechten Eindruck zu machen, auf jeden Fall wurde ich auch diesmal wieder etwas mehr untersucht als die anderen. Es ging dann erst nach Minneapolis, wo wir auch pünktlich um 11 Uhr ankamen. Das Wetter war ziemlich bescheiden dort. -14°C und Schneefall. Also verzögerte sich der Abflug schonmal um rund eine Stunde. Anschließend gings noch zum de-icing und dann gings los. Für gewöhnlich dauert der Flug rund 3 Stunden. In Calgary war aber so heftiger Schneefall, das wir bestimmt über ne halbe Stunde über der Stadt gekreist sind und auf Landeerlaubnis gewartet haben. Etwas später ging dann auch der Sprit zuneige und der Flieger ist abgedreht. Es kam die Durchsage, dass wir dort nicht mehr landen können. Es ging zurück in die USA nach Montana wo wir dann auf einem kleinen Provinzflughafen gelandet sind. Weder wir, noch die Piloten wussten zu dem Zeitpunkt wie es weiter gehen würde. Insgesamt standen wir über ne Stunde auf dem Flughafen rum und nichts passierte. Es war inzwischen schon nach 17 Uhr und ich hatte seit 10h nichts mehr gegessen. Schließlich kam die Durchsage, dass wir es trotz andauernden Schneefalls noch ein letztes mal probieren wollten und falls es diesesmal nicht klappt würden wir zurück nach Minneapolis fliegen. Tolle Vorstellung nachdem man den ganzen Tag im Flugzeug gesessen hat wieder da auszusteigen wo man eingestiegen ist!
Es war mittlerweile dunkel und in der Suppe aus Schnee und Wolken hat man dann auch überhaupt nichts mehr gesehen. Ganz kurz vor dem aufsetzen auf der Landebahn in Calgary konnte man schemenhaft einige Strassen erkennen und dann haben wir auch schon aufgesetzt, in einem wunderbar weichen Bett aus Puderschnee :-) Es hat geklappt! 6 Stunden zu spät, aber schlussendlich wieder in Canada. Nur noch 2,5h mit dem Bus nach Banff und das wars. Dort gabs noch ne positive Überraschung: Weil das Hostel überbucht war, durfte ich für eine Nacht in nen Private Room. Yeah!
So, jetzt geht’s ans Job suchen!

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Samstag, 22. November 2008

Rezession

Ja, sie ist mittlerweile auch in Kanada angekommen. Weniger wirtschaftlich, als dafür bei mir ganz persöhnlich. Es läuft nämlich grad einfach mal nicht so, wie ich mir das alles vorgestellt habe - irgendwann musste dieser Höhenflug ja mal enden. Angefangen hats bei der Erkältung, die mich erstmal für ein paar Tage ordentlich aus der Bahn geworfen hat. Somit viel dann auch erstmal die Besichtung Ottawas sehr bescheiden aus. Meiner Meinung nach gibt es dort aber allgemein nicht so viel zu sehen. Ich mein, das 2. größte Land der Welt hat ne Hauptstadt die so groß ist wie Bochum, nen Parlament das aussieht wie in London mit nem Turm der aus Venedig geklaut ist?! Dazu ne ganze Menge Museen die sich gegenseitig in ihrer Langweiligkeit zu überbieten versuchen. Gott sei Dank waren die aber auch alle aus verschiedensten Gründen geschlossen. Also die Jungs verstehen wirklich was von Tourismus!

Mehrheitlich aus bereits genannten gesundheitlichen Gründen wurde der Aufenthalt im Jail-Hostel Ottawa dann wirklich zu einer Art Zwangsherberge. Schlafen, essen, Internet war kaputt, zur Apotheke, schlafen, essen, und so weiter. In Kanada hats dann jetzt auch angefangen zu schneien, was einer schnellen Wiederherrstellung meines physischen Wohlergehens nicht grade förderlich war. Ok, Ottawa war schnell abgehakt, weiter gings nach Toronto, der größten Stadt dieses Landes.
In etwa vergleichbar mit Chicago, nur mit dem Unterschied das Toronto scheiße ist. Toronto ist kalt, dies gleich in mehrfacher hinsicht: Erstmal bewegt sich die Temperatur um die -11°C, es weht ein eiskalter Wind und manchmal schneint es, oder nicht. Die Menschen hier, sind wie Menschen in großen Städten auf der Welt meistens so sind. Nicht nur, dass sich die großen Städte alle sehr ähnlich sind, die Menschen sind es auch. Und dadurch das es hier noch kälter ist, bewegen sich alle noch schneller aneinander vorbei und verschwinden in irgendwelchen Wolkenkratzen, U-Bahn Stationen oder McDonalds Filialen. Alle draussen gelegenen Sehenswürdigkeiten haben, mit Ausnahme einer Eislaufbahn, ein großes Schild „Closed for the Season“ aufgebaut und selbst die im Sommer scheinbar sehr beliebte kleine Insel vor der Stadt ist wie ausgestorben. Trotz allem ist die Stadt immernoch arg teuer. 200$ pro Woche im Hostel sind glaube ich Rekord, einmal auf den 550m hohen CN Tower fahren ist mit 25$ auch ein vielfaches teurer als vergleichbare Türme in Chicago oder Seattle kosten.

Gestern war ich dann mal mit 2 anderen Reisenden hier ein Bier trinken: Einem Brasilianer der aussieht wie Anthony Kiddies und einem Japaner, der aussieht wie ein Japaner. Auch die beiden waren ein bisschen enttäuscht von Toronto. Als Highlight machen wir morgen einen Daytrip zu den ein paar Stunden entfernt gelegenen Niagara Fällen.

Der Plan war also ursprünglich einen Job zu finden! Bisher nie ein Problem gewesen in Kanada. Der Westen boomt, der Rest wohl grade nicht so. Trotz massenhaft Bewerbungs-Emails und ausgehändigten Resumés - keine Antwort. Sehr ernüchternd! Andere haben mir von hier schon ähnliches berichtet, die haben teilweise 4 Wochen gesucht. Zeit den Plan zu ändern? Nicht schon wieder...!
Vorgesehen war ursprünglich bis Weihnachten hier zu arbeiten, dann über Sylvester nach New York zu fliegen und anschließend wieder zurück ins Ski Gebiet nach Banff. New York würde jetzt wohl finanziell ziemlich belastend, also hab ich heute erste Anfragen ans Ski Gebiet gemailt und werde wahrscheinlich bald dorthin zurück fliegen - oder auch nicht.

Fortune faded?

Es stellt sich grade eine gewisse Planlosigkeit ein. Seit mehreren Monaten bin ich jetzt ununterbrochen unterwegs, habe zichtausend Kilometer abgerissen, bin grade in letzter Zeit nirgendwo länger als ein paar Tage geblieben und habe die Betten gewechselt wie andere ihre Unterwäsche. Immer wieder nach neuen Unterkunft- und Transportmöglichkeiten gesucht, in Zügen und Flugzeugen geschlafen, dabei selten richtig gegessen, geschweige denn selber gekocht (wahrscheinlich auch einer der Gründe warum ich jetzt krank geworden bin). Das alles hat ne Menge Kraft gekostet. Vielleicht ein bisschen zu ziellos bin ich von einer Stadt in die andere gefahren, ohne dabei wirklich irgendwo anzukommen.
Als mittelfristiges Ziel war immer Toronto angepeilt, einfach mal wieder zur Ruhe kommen, vielleicht für nen Monat oder 2 mal wieder ein eigenes Zimmer zu haben und wieder einer Arbeit nachgehen (was dann allerdings mit Ausruhen wieder nicht viel zu tun gehabt hätte). Jetzt hat sich dieser Zielhafen als ziemlich unsympathisch herausgestellt. Das heißt es wird wohl also ein paar Wochen noch so weiter gehen wie bisher, nur das ich jetzt eigentlich nicht mehr wirklich weiß wo es hingehen soll.
Vielleicht beginnt jetzt die wahre Herrausforderung dieses neuen Lebens, nachdem bisher immer alles verhältnismäßig einfach war. Einfach nochmal genug Energie aufbringen um weiter zu planen, neue Möglichkeiten suchen, die Dinge positiv sehen. In den letzten Monaten bin ich an mir selbst gewachsen, habe das Gefühl richtig im Leben angekommen, endlich wirklich aufgewacht zu sein. Vielleicht zeigt sich jetzt in wie weit sich das Gefühl bewahrheiten wird. Meine Erkältung ist zum Glück wieder auf dem Rückzug und mir geht’s schon wieder besser, es kann also weiter gehen ... :-)

Montag, 17. November 2008

Die Stadt der schönen Menschen

Nach Ankunft mitten in Montreal Downtown musste ich zwischen all den Hochhäusern erstmal das Hostel finden. GPS sei dank ging das aber relativ schnell. Es war der 11.11. und während in Deutschland die 5. Jahreszeit beginnt, wird in Kanada Rememberence Day begangen, ein offizieller Nationalfeiertag an dem die Commonwealth Staaten (UK, Kanada, Australien & NZ, Südafrika, ...) den Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg gedenken. Auch in Montreal war an diesem Tag einiges los, erst Kranzniederlegung an nem Denkmal, anschließend Parade durch die Stadt.

Montreal selbst ist riesig und gilt als weltweit 2.größte französisch sprachige Stadt der Welt. Alles hier wirkt sehr viel mehr europäisch als z.B. in Vancouver und man merkt die Nähe zur französischischen Vergangenheit. Die Stadt ist auch sehr viel älter als andere Städte im Westen und es gibt sehr viele alte Gebäude und sogar zwei große Kathedralen und 3 bedeutende Universitäten. In Old Town, einem Stadteil nahe der Innenstadt stehen ausschließlich alte Gebäude, die Strassen sind mit Kopfstein gepflastert und man kommt sich vor wie vor 200 Jahren. Abends wird alles beleuchtet und zieht dann massenhaft Touristen und Fotographen an. Dummerweise habe ich von hier nicht sonderlich viel gute Fotos, weil ich mein Stativ vergessen habe.
Gleichzeitig gibt es aber auch ein modernes Stadtzentrum mit vielen Wolkenkratzen und futuristischen Bürogebäuden, sowie eine richtige Untergrundstadt wo man verbunden durch lange Gänge durch die halbe Innenstadt zu allen wichtigen Punkten kommt und nebenbei noch einkaufen kann. Vom Mount Royal, nach dem die Stadt benannt wurde, hat man einen guten Überblick über die Stadt und den mächtigen St. Lorenz Strom der die großen Seen Lake Michigan, Lake Erie, Lake Superior & Lake Ontario im Innenland Nordamerikas mit dem Atlantik verbindet.

Montreal liegt in Quebec, der einzigen rein franz.sprachigen Provinz in Kanada. Erst hatte ich ja etwas bedenken, so ganz ohne wirkliche Französischkentnisse dorthin zu fahren, aber sogut wie jeder dort spricht auch gutes Englisch und mit Ausnahme des Subway Restaurants am Victoria Square, gibt es auch keine Eitelkeiten wenn man sofort auf Englisch spricht. Ein signifikanter Unterschied zu Frankreich in Europa :-)
Die Menschen in Montreal sind, wie eigentlich überall in Kanada, sehr nett und aufgeschlossen gegenüber Fremden. Was mir gleich am Anfang aufgefallen ist, dass es dort unglaublich viele sehr gutaussehende Menschen gibt! Sowohl was den Stil, als auch die Menschen selber angeht. Sehr kurios.


Nachdem ersten Eindruck der Innenstadt gings dann etwas weiter auf das ehemalige Olympia Gelände, wo 1976 die Sommerspiele statt fanden. Heute steht immernoch das große Stadion und der Turm. Angegliedert ist der Biodome, ein Biotop-Zoo im ehem. Radstadion wo verschiedene Erdteile und deren Bewohner gezeigt werden. Der Besuch des Botanischen Gartens (2. größte der Welt!) beschränkte sich aufgrund Sauwetters leider auf den Innenteil und die überdachten Bereiche.
Später ging es dann auf das ehem. Gelände der Expo '67 und ins Biospere Museum, das von einem futuristischen kugelförmigen Stahlgerüst umgeben ist.
Insgesamt gibt es in Montreal soo viel zu sehen das eine Woche garnicht ausreicht im alles zu sehen.

Montreals Finest

Bekannt ist Montreal auch für sein Nachtleben. Es gibt unzählige Clubs und Bars und die Feierkultur ähnelt sehr der unseren, das heißt die Läden machen wirklich erst um 3 Uhr nachts zu (Gesetz) und nicht schon um 1, wie teilweise in Vancouver. Das Hostel bietet 2mal die Woche eine Bartour an und man erfährt wo sich die besten Locations der Stadt befinden. Hier lernt man sehr schnell Leute kennen und so hat sich auch direkt der Kontakt zu einigen Locals hergestellt. Langweilig wurde es hier keine Sekunde, tagsüber boten sich die städtischen Attraktionen an, abends ging es von nun an mit Montrealern auf Partys oder wir haben zusammen Eishocky geguckt – der Sport hier, auch wenn die Montreal Canadians in letzter Zeit häufiger verlieren.

Mit dem Zug durch den Osten Kanadas

So, mittlerweile bin ich in Ottawa (Ontario), der Hauptstadt Kanadas. Viel habe ich noch nicht gesehen, erstmal macht Schneeregen das Rausgehen nicht sonderlich attraktiv, zudem bin ich so richtig dick erkältet mit Fieber und allem drum und dran und das Sightseeing beschränkt sich auf die Strecke zwischen Bett und Apotheke. Das Hostel ist ein einem alten Gefängniss untergebracht. Sehr intressant, allerdings glaube ich nicht das es damals wirklich 6-Bett Zellen gab. Mittwoch geht’s nach Toronto, dann geht wieder die Job- und Wohnungssuche los, ich hoffe mal bis dahin wieder etwas fitter zu sein. Auf der vergrößerten Reisekarte kann man sehen wo es bisher hinging.
Fotos aus Montreal sind jetzt online.

Dienstag, 11. November 2008

A Mari Usque Ad Mare

Das war Halifax

Vor gut 2 Wochen bin ich einmal quer durch Kanada geflogen, mit Zwischenstop in Calgary ging es vom Pacific an den Atlantik. Umsteigen mit eingerechnet eine Reise von immerhin 7 Stunden! Um 7 Uhr Ortszeit war dann Touchdown in Halifax, in Vancouver wärs zu der Zeit erst 3 Uhr nachts gewesen, entsprechende Ermüdungserscheinungen waren also duchraus präsent, zumal die kleinen WestJet Jets trotz Beinfreiheit am Notausgang nicht die bequemsten sind. Zum Glück wurde ich am Flughafen von Emily abegeholt. Emily habe ich während der Californien-Rundreise in San Diego kennengelernt und hat mir damals schon angeboten ne Weile auf ihrer Couch schlafen zu können wenn ich nach Halifax komme.
Später an dem Abend habe ich dann noch Shane, Marc und Alex kennengelernt. Die 3 wohnen in einer WG im gleichen Haus in Dartmouth, dem Ort der direkt an Halifax grenzt. Mit Bus und Fähre ist man in 30min dort.
Halifax selber ist eine mittelgroße Stadt mit geschichtlich gesehen besonderer Bedeutung, die Engländer hatten hier einst einen großen Militärstützpunkt, von dem noch die alte Zitadelle im Herzen der Stadt übrig ist. Heute ist dort ein Museum untergebracht. Museen gibt es überhaupt einige hier, die meisten befassen sich mit der Seefahrt, dem Meer oder dem Militär. Halifax ist heute immernoch Stützpunkt der kanadischen Altlantik-Flotte. Im Atlantik-Museum gibt es eine Ausstellung über die Titanic (Von hier aus wurden damals überings die ersten Rettungsboote losgeschickt und auf Halifax' Friedhöfen wurden sogar die meisten Opfer beigesetzt) und reichlich Informationen zur Halifax Explosion, der größten von Menschen verursachten Explosion mit Ausnahme der Atombombe. 1917 kollidierten im Hafen ein Frachter und ein französisches Munitionsschiff, beladen mit 2000t hochexposiver Munition und 200t TNT. Ein ganzer Stadtteil wurde durch die Wucht der Explosion und das anschließende Feuer zerstört! Heute ist davon allerdings nichts mehr zu sehen.
Fast 2 Wochen war ich jetzt in Dartmouth, die Pläne für die Zukunft haben sich in der Zeit wieder mal mehrfach geändert. Erst wollte ich mir nen Job suchen, dann im Norden von Nova Scotia wieder wwoofen, dann evtl. nach Portland in den USA um dort ein Konzert von Ben Kenny (Incubus) zu sehen. All das ist nicht passiert, statt dessen sitze ich grade im Zug nach Montreal. Die Fahrt geht über Nacht und in ca. 20 Stunden sollte ich dann da sein.
Viel mehr spannendes gibt es von grade eigentlich garnicht zu berichten! Ein bisschen wie eine kleine Auszeit von den ganzen beeindruckenden Erlebnissen in letzter Zeit, aber damit dürfte ab morgen auch schon wieder Schluss sein.
Bald geht es ausserdem weiter nach Toronto und für Weihnachten und Sylvester ist ein erneuter USA Aufenthalt geplant. Maaal sehen!

Samstag, 25. Oktober 2008

Tino in Tofino

Im Moment jagt ein Eintrag den nächsten hier :-)
Tofino auf Vancouver Island stand schon lange auf meiner To-Do-Liste. Nun endlich hat es geklappt! Der Ort ist nicht besonders groß, trotzdem wahrscheinlich der bekannteste auf der ganzen Insel. Von Victoria im Süden fährt man ca. 6 Stunden durch die Berge bis an die Westküste.
Das reizvolle an Tofino ist mit Sicherheit die unglaubliche Landschaft und die Tierwelt. Zwischen den langen Fjorden, bewaldete Bergen und den vielen kleinen Inseln kann man Wale, Bären und Adler finden. Eigentlich wie in Alaska! Etwas entfernt liegen die berühmten heißen Quellen.


Letzten Mittwoch ging es dann gleich mit der Hot-Springs Tour los. 1,5 Stunden fährt das Boot, bevor man einen abgelegenen Ort an einer der vielen Inseln erreicht. Von dort führt nochmal ein 2km langer Trail durch den Regenwald. Den gibt es hier tatsächlich! Auch wenn es kein tropischer Regenwald ist, sieht es ein bisschen aus wie bei Jurassic Park! Überall wuchen Pflanzen, eine über der anderen. Fotos vom Trail sind auch im Fotoalbum! Die Hot Springs selber sind zu 100% naturbelassen. Das Wasser kommt mit ca. 50°C aus 5000m tiefe, fließt dann einen kleinen Bach entlang und fällt über einen kleinen Wasserfall in natürliche Felsenbecken. Es war wirklich unbeschreiblich.
Auf dem Weg dorthin haben wir wieder viele Seelöwen gesehen, dieses mal auch Seeotter und - das Highlight - Buckewale! Dieses mal waren sie sogar ganz nah am Boot!

Mittlerweile frage ich mich, ob das noch lange so weitergeht. Immer wieder diese einmaligen und beeindruckenden Erlebnisse. Grade erst komme ich aus dem South Cariboo wieder, wo es wirklich absolut toll war! Das Haus am See, die Nebelbilder, das Quad fahren natürlich. Das kann man doch garnicht mehr toppen! Und jetzt bin ich hier und sehe Wale, bade in heißen Quellen im Urwald und denke schon wieder, besser gehts nicht!


Gestern war ich also ein bisschen enttäuscht, eigentlich wollte ich nach der Hot Springs Tour nochmal eine Whale-Watching Tour machen, aber die Wale hab ich ja jetzt auch schon geshen! Statt dessen ging es dann mit Laura, einer anderen Backpackerin aus Halifax, zum berühmten Long Beach, dem einzigen Ort im Westen Kanadas, an dem man surfen kann! Der Strand ist wirklich gut dafür geschaffen, eeewig breit und sehr flach, selbst an einem ruhigen Tag sind dort ordentlich Wellen! Laura kommt zufällig auch aus Halifax, seit ich vor habe dort hin zu gehen treffe ich ständig Halifaxer/innen :-)

Heute war der erste richtige Regentag. Ich hatte nicht wirklich einen Plan und habe auch erstmal lange geschlafen. Das änderte sich dann, als ich in die Hostelküche kam um mir Frühstück zu machen und promt gefragt wurde, ob ich nicht Lust hätte Kanu fahren zu gehen. Bei dem Wetter?!?! Warum eigentlich nicht! Gegen Mittag bin ich dann mit einem anderen Reisenden aus Quebec (Name war kompliziert - vergessen) zum Kanushop gelaufen, es hat immernoch in Strömen geregnet. Mit kompletter Regenausrüstung ging es dann aufs Wasser, es war kaum was los und wir waren die einzigen. Nach gut 2 Stunden paddeln haben wir dann auch endlich etwas Wildlife gesehen - einen Weißkopfseeadler. Die größten Greifvögel Amerikas werden bis zu 90cm groß und haben eine Flügelspannweite von bis zu 2,5m. Da der Vogel wohl grade mit fressen beschäftigt war, sind wir mit unseren Kanus bis auf 5-6 Meter ranegkommen! Eine einmalige Erfahrung, da die Tiere normalerweise sehr scheu sind. Ich hätte eeecht gerne ein Foto gemacht, aber das Wetter hat es leider nicht zugelassen.
Jetzt bin ich mal sehr gespannt was die letzten 2 Tage hier noch so bringen werden :-)



Update: Um wirklich das ganze Wildlifespektrum auszureizen war ich am letzten Tag noch auf einer Bear-watching Tour. Wieder ging es mit einem Boot ca. eine halbe Stunde aufs Wasser, diesmal ins Innenland. Und - ich hätte es kaum für möglich gehalten - nach kurzer Zeit gabs den ersten Bären zu sehen! Auf Vancouver Island gibt es nur Schwarzbären, davon aber scheinbar eingie! Innerhalb von 2 Stunden haben wir 5 Bären gesehen! Wenn das Wasser bei Ebbe zurück geht kommen sie an den Strand und suchen dort unter Steinen nach Krabben und Muscheln. Zudem gabs auch an diesem Abend wieder Seehunde, 2 kleine Schweinswale und sogar einen seltenen Greifvogel dessen Namen ich wieder vergessen, habe zu sehen.

Am letzten Tag musste ich dann also irgendwie wieder zurück nach Fort Langley. Man hätte das natürlich ganz ordinär mit Greyhound Bus und Fähre machen können, aaaaber das wäre ja langweilig gewesen! Also bin ich einmal quer über die Insel getrampt! Immerhin gute 400km. Insgesamt haben mich 4 Leute mitgenommen und ich musste nie länger als 10-20min warten. Super Sache! Zudem war ich sogar noch schneller in Nanaimo als der Greyhound und habe 40$ gespart :-)
Um mir die gurkerei zur Fähre und das hin und her mit dem Bus zu sparen bin ich dann mit dem Wasserflugzeug direkt nach Vancouver geflogen, von dort aus zurück nach Fort Langley. Fotos gibts auch wieder eine ganze Menge!

Seit gestern bin ich jetzt in Halifax. Mehr dazu bald!

Montag, 20. Oktober 2008

Das Haus am See

oder: 2 Tage am vielleicht schönsten Platz der Welt

Dieses Wochenende ergab sich für mich noch einmal die Gelegenheit ins Ferienhaus von Diane und Willy zu fahren um dort ein paar Arbeiten zu erledigen. Es galt das Haus für den Winter fertig zu machen und das Bootsdock aus dem Wasser zu holen. Eigentlich wollten die beiden zusammen zusammen dort hoch, während ich zusammen mit einer einderen Wwooferin solange auf den Hof aufpassen sollte. Es viel dann aber die Entscheidung, dass ich Willy dabei besser helfen könnte als Diane. Natürlich sagt man da nicht nein!

Toni und ich hatten dort damals die vielleicht beste Zeit während unserer 3-wöchigen British Columbia-Rundreise. Diesesmal würde ich fast so weit gehen zu behaupten, dass es dort im Herbst noch schöner ist als im Sommer! Ausser das man jetzt nun wirklich nicht mehr im See schwimmen konnte. Ach Papa: Das blaue Sofa auf dem du damals gepennt hast, kann man überings zu einem großen komfortablen Bett ausklappen! Sorry, habe ich auch erst jetzt erfahren :-)

Das Haus liegt gute 6 Stunden nördlich von Fort Langley in einer Gegend die South Cariboo Regional District genannt wird. In der Tat sieht man da normalerweise viele Cariboos und sonstiges Wildgetier, allerdings ist in Kanada grade Jagd-Saison und so haben wir dieses mal kaum etwas gesehen. In der Umgebung gibt es ausser ein paar Seen nicht sehr viel, die nächste Stadt ist eine Stunde entfernt, der einzige Pub immerhin 20min mit dem Auto. Mitten in der Wildniss also!

Auf dem Hinweg gabs schon mal die ersten herbstlichen Eindrücke, viel habe ich ja bisher noch nicht gesehen seitdem ich aus Californien wieder zurück bin. Die Coast Mountains, ein stattliches Gebirge zwischen der Küste und den Rockys, waren am Tag unserer Abreise in dichten Nebel gehüllt, erst nach einiger Zeit kamen wir über die Wolken wo sich dann dieser toller Ausblick ergab:


Abends angekommen haben wir dann noch schnell den mitgebrachten Bootstrailer fertig gemacht und sind essen gegangen. Zufällig war grade ein Football Spiel, und sportverrückt wie die Kanadier nunmal sind kommt man natürlich in keinem Laden an dem Spiel vorbei. Aber immerhin, die BC Lions haben 36:28 gegen Edmonton gewonnen!

Früh am nächsten morgen lag dichter Nebel über dem ganzen See, der sich erst nach und nach verzog. Ich war zwar noch halb am schlafen, konnte aber aus dem Fenster einen flüchtigen Blick nach draussen erhaschen und hatte seit dem nur noch diesen einen Gedanken: Wenn du da jetzt nicht rausgehst um zu fotographieren, wirst du es später nur bereuen!
Das Ergebnis:



Alle Bilder sind jetzt im Fotoalbum!
Später haben wir dann gefrühstückt und uns an die Hauptaufgabe, dass an Land holen des Docks, gemacht. Keine so leichte Aufgabe wie sich schnell rausstellte! Insgesamt waren wir damit locker 4 Stunden beschäftigt! Erst habe ich das Motorboot am Dock befästigt und es dann ans Ufer gefahren, Willy hatte schon den Trailer in Wasser gelassen. Leider war die Rampe von dicken Steinen gesäumt und weil der Wasserspiegel nach dem Sommer so niedrig war, passte das Dock nicht mehr zwischen durch. Mit viel hin und her hat es dann hinterher doch noch gepasst.
Nach dem Mittagessen war dann alles "wichtige" erledigt, Zeit also das Quad und die Enduro klar zu machen um ein bisschen durch die Pampa zu cruisen! Das Gelände eignet sich dafür optimal, es gibt kleine Trails die durch den Wald und über Felder führen. Zwischendurch kamen wir an einen richtigen Spielplatz für Quads; mit Rampen, steilen Hängen, scharfen Kurven und tiefen Pfützen. Oh man ein Spielplatz für erwachsene Kinder, yeeha! 3 Stunden und 25km später waren wir wieder zurück. Gut, dass es in der Bloghütte einen Kamin gab, es war den ganzen Tag über nur knapp über 0°C :-)
Zur Feier des Tages ham wir abends noch den Grill angeschmissen und ein typisches kanadisches BBQ gehabt. Gegrillt wird hier wohl scheinbar year-round.

Sonntag Vormittag haben wir noch etwas aufgeräumt und sind dann noch zu Freunden von Willy gefahren, lag quasi auf dem Weg (1 Stunde Umweg). Dort war es aber auch ganz nett und wir haben noch einmal die landestypische Gastfreundschaft erfahren und sind zum Mittagessen eingeladen worden. Trotz Jagdsaison sind uns dann auch noch ein paar Big Horn Sheeps (keine Ahnung wie die auf deutsch heißen, sehen ein bisschen aus wie Steinböcke) über den Weg gelaufen. Fotos sind im Album.
Der Rückweg führte uns über den legendären Highway No. 1 durch den Fraser-Canyon. Mein alter Herr mag sich vielleicht noch dran erinnern! Ich sage nur "Fahr nicht so schnell! Schalte mal einen Gang runter!" "Papa, ich fahre nur 60, hier darf man 90!!") Der Highway führt durch ein sehr steiles Tal und gehört wegen des anspruchsvollen Terrains zu den teuersten Strassen in ganz Kanada. Willy hat damals selbst an dem Highway mitgebaut und konnte noch einiges aus den alten Zeiten erzählen. Bevor es den Highway überhaupt schon gab, führten bereits schon 2 Eisenbahntrassen durch den Canyon. Auf der wichtigsten Verbindung zwischen der Westküste und dem gesamten Osten Kanadas fahren täglich unzählige Güterzüge, jeder einzelne über 2 Kilometer lang! (Nein, es ist nicht übertrieben!)
Vorhin sind wir dann, nach über 1000km Strecke an diesem Wochenende, wieder in Fort Langley angekommen. Wenn ich nicht morgen nach Vancouver Island fahren würde, würde ich diese 2 Tage ohne weiteres als die geilste Zeit in diesem Herbst bezeichnen :-)

Alle Fotos der letzten Tage gibt es jetzt ein einem neuen Fotoalbum. Dabei sind Dianes Farm in Fort Langley (im Nebel), das Thanksgiving-Fest, der Fahrt ins South Cariboo und dem Haus am See. Dieses mal sind ein paar echt gute Shots dabei ;-)

Montag, 13. Oktober 2008

Something in between

Seit letzten Mittwoch bin ich wieder zurück in Vancouver, genauer gesagt in Fort Langley auf der Farm von Diane, wo ich im Sommer schonmal gewesen bin. Wieso grade hier ist eine längere Geschichte: Eigentlich war der Plan gleich nach San Francisco nach Vancouver Island aufzubrechen um dann kurze Zeit später nach Halifax zu fliegen.
"Eigentlich" ist hier mal wieder das Stichwort. Es hat sich rausgestellt, das 2 Freunde von mir in etwa zur gleichen Zeit auf die Insel wollten, und vorher noch bei Diane gearbeitet haben. Der Plan war, dass ich hier hinkomme und wir dann zusammen aufbrechen. Leider waren die dann aber schon etwas schneller und haben mir nicht bescheid gesagt. Da versucht man einmal sich mit Leuten zusammen zu tun... ne ne ne. Alleine reisen hat auch Vorteile! Also bin ich einfach hier geblieben, was sich als eine gute Entscheidung rausgestellt hat. Hier gibts immer was zu tun, die Leute sind nett und es sind auch wieder andere Wwoofer hier.
Gestern war Thanks giving, in den Kanada ein richtiges Großereigniss! Die ganze Familie kommt zusammen und es gibt Truthahn und Kürbis-Gerichte. 16 Leute waren gestern da!! Darunter 6 Wwoofer, davon 5 Mädels ;-) So schlecht ist es nicht auf einer Horse-Ranch zu sein!

Heute hat es dann angefangen zu regnen, alles ist wieder aufgeräumt und es ist ein richtig entspannter Tag. Eine Woche bleibe ich noch hier, vielleicht schaffe ich es dann auch endlich ein Flugticket in den Osten zu buchen, irgendwann MUSS es einfach klappen. Mit einger Verspätung geht es dann nächste Woche auf die Insel und von dort... ach lassen wir das, es kommt sowieso wieder anders.

Späte Ehrung

Kristina und Bente, 2 Mädels aus Deutschland mit denen ich im Sommer schon mal auf Dianes Farm gearbeitet habe und die jetzt auch wieder hier sind, waren jetzt kürzlich auch auf der Apex Mountain Ranch in Penticton. Dort, so haben mir die zwei erzählt, scheine ich wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. Auf jeden Fall wurde dort jetzt ein Pferd nach mir benannt. Der Hintergrund ist mir allerdings ein bisschen schleierhaft. Angeblich hab ich mich wohl mal negativ über den Namen von Pilgrimm (so hieß der Gaul vorher) geäussert, also wurde er einfach umbenannt! Ich kann mich weder an Pilgimm, noch an meine Kritik bezüglich des Namens erinnern :-)

Sonntag, 5. Oktober 2008

Californien

So, obwohl es eigentlich schon fast zu spät ist, folgt jetzt der verspätete Eintrag über San Diego, ausserdem alles über 3 Tage Hollywood und Los Angeles und aktuelles aus San Francisco.

Eigentlich war geplant, anstelle diesen Eintrages, ein Video-Blog-Film zu veröffentlichen. Da dies jedoch seeehr zeitintensiv ist, folgt dieser erst später und es gibt zuerst die Text-Version.

San Diego

Los ging es also vor 2 Wochen in San Diego. In Vancouver und Seattle hat es während meiner Abreise in strömen geregnet, da war die Vorfreude umso größer! In San Diego wars natürlich noch Sommer und sämtliche Regensachen haben kaum wieder in den Rucksack gepasst! Das erste Hostel lag mitten in Downtown und mein Zimmer genau zur Partymeile raus. Egal! Am nächsten Tag (Nora war noch im Joshuatree Nationalpark campen) war also erstmal San Diego erkunden angesagt. Alles macht einen sehr südlichen Eindruck, überall Palmen, fast wie in Mexico (genauer gesagt Tijuana, liegt überings nur wenige Minuten mit dem Auto entfernt, man könnte rüber laufen). Im Hafen liegt ein ausgedienter Flugzeugträger, die USS Midway, die Fotos davon sind ja schon etwas länger online.
Am nächsten Tag habe ich mich dann nach 4 Monaten wieder mit Nora getroffen. Wir kamen schnell zu dem Entschluss, dass das Hostel viel zu zentral liegt und wir nicht jeden Tag ne halbe Stunde zum Strand fahren wollten. Also flux das Hostel gewechselt, und das war die beste Entscheidung! Das Banana Bungalow Beach Hostel lag direkt am Pacific Beach, hatte 12-Bettzimmer und war die reinste Chaos Bude! :-) Dafür jeden Abend Party auf dem großen Sonnendeck mit Aussicht auf den Sonnenuntergang. So stellt man sich doch Urlaub vor! Tagsüber haben wir dann unsere ersten Surf-versuche gestartet. Oooh man, ich hätte nie gedacht das das so schwer ist! Erstmal aufrecht auf dem Board zu sitzen bedarf schon einer guten Balance, ans aufstehen in der Welle war noch garnicht zu denken! Weil das Wasser trotz angenehmer Lufttemperaturen (26°C) relativ kalt und die Boards ausserdem ziemlich rau waren hatten wir Wetsuits. Die sehen lustig aus, fühlen sich auch echt komisch an, halten aber schön warm!
Die ersten Versuche waren also kläglich, es hat trotzdem irre viel Spaß gemacht! Zu unser großen Überraschung zogen sogar ein paar Delphine vorbei und Nora ist sogar bis auf wenige Meter rangepaddelt. Später ist dann auch noch ein Seehund aufgetaucht.
Am nächsten Tag hatten wir erstmal Muskelkater, also einen Tag Surfpause und dafür Kanu fahren im nahe gelegen La Jolla. Da haben wir dann auch wieder ein paar Seehunde gesehen, leider aber keine Haie. Ja, leider! In San Diego gibt’s nämlich Leopardenhaie, die sind eher klein und halten sich aber gerne im flachen Wasser des Strandes auf. Hatten aber wohl Angst und sich deshalb verpieselt.
Nicht so lustig sind dafür Stingrays, bei uns eher bekannt als Stachelrochen. Die gibt’s da auch und wenn man drauf tritt hat mein ein schmerzhaftes Problem. Gleich am ersten Tag hat es jemanden aus unserem Hostel getroffen. Wenn auch in den allerseltensten Fällen tödlich, hat man auf jeden Fall 2 Tage einen dicken Fuss und fiese Schmerzen. Wir hatten aber Glück.
Am nächsten Tag hat das mit dem surfen schon etwas besser geklappt! Die Wellen waren größer, zu groß wie sich nach ein paar Stunden für mich rausstellte als es in einer großen Welle mein Board zerlegte! Shit happens!
Den Rest der Zeit haben wir gut verbracht mit Beach Volleyball, Frisbee oder einfach nur am Strand liegen. Abends ging fast immer eine Deck-Party und wir haben mal wieder ein paar neue Trinkspiele kennengelernt.

Los Angeles

Letzten Mittwoch bin ich dann weiter nach Los Angeles fahren, genauer gesagt direkt nach Hollywood. Dort wars mit 37°C noch heißer!
Obwohl jetzt wahrscheinlich ein paar denken „Boaah Hollywood!“...das ist auch nur nen Dorf, und kein sonderlich spektakuläres dazu! Der Boulevard ist voll mit Ramschbuden und „Gift-Shops“, hin und wieder ein Kino oder Hotel. Einziger Unterschied sind ein paar Sterne auf dem Gehweg. In den Hollywood Hills leben ein paar berühmte Berühmtheiten, u.a. gesehen die bescheidenen Behausungen von: Orlando Bloom, Sarah Jessica Parker, Tom Cruise, den Osbournes, (Ex-) James Dean, Lill' Bow Wow, Christina Aguilera und noch ein paar mehr von denen ich die Namen vergessen habe. Ausserdem die Hotels in denen Janis Joplin und John Belushi gestorben sind. Die Locations an denen überall berühmte Filme gedreht wurden aufzuzählen würde hier den Rahmen sprengen. So ziemlich jedes Gebäude in West Hollywood ist schonmal in irgendeinem Film vorgekommen.
Los Angeles selber ist keine sehr schöne Stadt, mit knapp 18 Millionen Bewohnern im Großraum L.A. Gehört die Stadt zu den größten Ballungsräumen der Welt. Den Smog kann man auf eingen Fotos gut erkennen. Venice Beach und Santa Monica sind da noch die schöneren Ecken. Vorallem der Strand in Santa Monica ist riesig. Es gibt nach wie vor große mexikanische Einflüsse und Spanisch ist fast so weit verbreitet wie Englisch. Das unten veröffentlichte Video habe ich auf dem mexikanischen Markt der Stadt aufgenommen.
Ein ganzer Tag ging für die Besichtigung der Universal Studios in Hollywood drauf. Ein riiesiges Areal (Universal City) mit vielen Film- und Sound Studios. Zum Teil sind noch original Sets von berühmten Filmen zu besichtigen, ein anderer Teil wurde zum Freizeitpark umgebaut und die Attraktionen verschienden Filmen oder Serien gewidmet (Simpsons Simulator, Jurassic Park Wasserbahn, Terminator 2 - 3D Kino, „Die Mumie kehrt zurück“-Achterbahn und so weiter). Das war schon echt intressant und abwechslungsreich. Also solltet ihr je nach Hollywood kommen, ein echts Muss!

San Francisco

Gestern gings dann von Hollywood nach San Francisco – 10 Stunden Busfahrt. S.F., ist um einiges schöner als L.A. Heute habe ich gleich mal das Frühstück verschlafen, dafür gings dann zum Farmers Market. Das war bestimmt gesünder als das Hostel-Frühstück :-) Dann stand heute noch Golden Gate Bridge auf dem Programm, morgen dann Alcatraz. Lustiger Zufall: Heute war hier Loveparade! Allerdings laange nicht so groß wie bei uns! Fotos kommen bald. Bis Mittwoch bleibe ich noch hier, dann gibts nochmal einen Eintrag über San Francisco, anschließend geht’s zurück.

Und irgendwann erscheint auch den Californien Film :-)

Nachtrag: Folgendes kam eben per Mail rein:

"Hallo Tino, vielen Dank für deine E-Mail und deinen Beitrag zu unserer Aktion"Zeitverschiebung". Hast du vielleicht Lust, uns deine Telefonnummer in Vancouver zu senden. Dann können wir dich eventuell zurückrufen, damit du On Air mit unserer Moderatorin Vanessa Nolte über deine Erlebnisse in Kanada sprechen kannst."

Also Leute, demnächst mal morgens früh EinsLive anmachen! :-)

Samstag, 4. Oktober 2008

Humor

Sound an? Los gehts!

Gefilmt Donnerstag Abend in Los Angeles, das kann ich euch nicht vorenthalten :-)

Sonntag, 21. September 2008

San Diego

Bin gestern Abend gut in San Diego gelandet. Über Los Angeles waren wir schon so tief das man den Stars in Beverly Hills schon fast in den Garten schauen konnte.
Das Hostel hier liegt mal wieder genau auf der Partymeile in Downtown und der Strand ist nur ein paar Blocks entfernt. Sogar das Wetter ist surf-tauglich. Mehr dazu in wenigen Tagen :-)

Donnerstag, 18. September 2008

Landschaftsgärtnern in Kanada

oder: Ein Sommer in Vancouver...

Seit Anfang Juni war ich nun, mit einigen Unterbrechungen, im Großraum Vancouver. Angefangen auf der Horse-Ranch bei Diane in Fort Langley ging es zwischendurch auf einen 3-wöchigen Trip durch die Rocky Mountains und den Osten Vancouver Islands' und dann wieder zurück, diesmal nach Downtown. Jetzt habe ich meinen Job als Landschaftsgärtner und die Wohnung wieder gekündigt und breche auf zu neuen Abenteuern.

Landschaftsgärtnern in Kanada...

ist, soviel vorweg gesagt, ein bisschen anders als in Deutschland! Das kann zum einen daran liegen, dass ich hier nur bei einem sehr kleinen Unternehmen gearbeitet habe und nicht bei einer großen Firma wie in Essen. Zum anderen an der wahrscheinlich etwas unterschiedlichen Auffassung über einen schönen Garten. Um mal eine Beispiele zu nenen; So hätte wären meine ehemaligen Vorarbeiter wahrscheinlich milde gesagt etwas gereitzt gewesen, wenn ich alle Pflanzen in Reihen gesetzt hätte, noch dazu größere vor kleinere und von den Farben so ziemlich alles was verfügbar ist bunt durcheinder gemischt hätte. Gut, in Nordamerika mag mans vielleicht wohl einfach etwas anders (oder es hat ihnen bisher keiner gesagt wie man es richtig macht). Auf jeden Fall gabs diesbezüglich schon richtige Unstimmigkeiten mit meinem Chef! Auch wenn ich jetzt Gefahr laufe etwas zu fachspezifisch zu werden, auch bei manchen Bauprojekten war man meiner Meinung nach von Professionalität weit entfernt. So war die Verwendung von Abziehstangen bei Pflasterungen bis jetzt eher unüblich, Fundamente verdichten wurde im extremfall der natürlichen Absackung überlassen und Randeinfassungen wurden manchesmal mit Erde hinterfüllt, auf jeden Fall nicht in Beton gesetzt :-) Bei der Rasenansaat wäre bei uns wohl schon unter Azubis im ersten Lehrjahr Gelächter ausgebrochen. Und so gehts dann weiter, ich laufe hier noch Gefahr meine guten Gärtnermanieren zu vergessen! Aber dafür nehmen die Kollegen Ratschläge dann auch gerne an.Auf jeden Fall weiß ich jetzt auch warum die deutsche Ausbildung international immernoch so wertgeschätzt wird und ich auch hier in Kanada davon sehr profitiere: In meiner letzten Zeit wurde ich noch zum Vorarbeiter befördert und hatte mit meinem jungen Team eine eigene Baustelle.


Teamgeist und die Kollegialität sind hier viel stärker ausgeprägt als in Deutschland. Die Grundstimmung ist gut und man arbeitet gemeinsam an einem Ziel und nicht jeder für sich, geschweige denn gegeneinander. Letzten Freitag gabs dann sogar eine kleine Abschiedsparty bei meinem Chef im Garten, mit deutschem Bier und kanadischem BBQ - unschlagbar!! Gerne hätte ich das derzeitige Baustellen-Projekt hier noch fertig gestellt, aber nun heißt es:

It's Californication!

Mein Abreisetag rückt immernäher! Am 20.09 gehts mit Flug Jetblue B6 279 los. Endlich Californien. Das immer wieder weiterziehen und ständig etwas neues zu sehen ist schon fast wie zu einer Droge geworden. Vancouver ist eine echt tolle Stadt, trotzdem brauche ich mal wieder was anderes, genau wie nach der Zeit im Sunshine Village SkiGebiet damals. Das Ziel ist, wenn diesmal auch wirklich verlockend, schon fast nebensächlich geworden, getreu dem Motto "If the journey is good - who cares where you end up?!" In diesem Sinne wird dann auch die Vorrausplanung für San Diego, Los Angeles und San Francisco eher klein gehalten. Die Vorfreude steigt!!

Mittlerweile gibts sogar auch endlich Pläne für nach Californien! Um sich die Gelegenheit nicht entgehen zu lassen Tofino im Sommer zu sehen, gehts auf den letzten Drücker Anfang Oktober nochmal für eine Woche auf die Insel vor Vancouver. Ich habe mir sagen lassen, das man entwerder absolutes Glück hat und es sehr sonnig ist, oder stürmt wie sonstwas. Manchmal sogar beides! Ich bin gespannt. Kurz danach geht es dann auch schon wieder auf große Reise; erst wieder mit der Fähre zurück nach Seattle um von dort einmal auf die andere Seite des Kontinents zu fliegen - Halifax! Fragt mich nicht warum es in den USA so viel günstiger ist hin und her zu fliegen als in Kanada, auf jeden Fall hätte man hier für den Flug (Vancouver-Halifax) fast das doppelte bezahlt.Von dort könnte man anschließend zum Beispiel die ganzen östlichen Metropolen Quebec City, Montreal, Ottawa und Toronto mitnehmen. Doch so weit bin ich noch nicht. Ganz abgesehen davon das mein Konto danach wahrscheinlich leer ist :-)

Tino hat eine neue!

Was?! Freundinn? Uhr? Telefonnummer? Nein, nicht ganz. Meine Postadresse hat sich geändert, da meine Organisation nun endlich von Victoria nach Vancouver gezogen ist. Sämtliche Post bitte also ab sofort an die neue Adresse:

T*** W******
c/o Global Lifestyles Canada
#814-525 Seymour Street,
Vancouver, BC V6B 3H7
Canada


Es gibt ein paar neue Fotos im Vancouver Foto-Album!

Freitag, 15. August 2008

Traumstadt Vancouver

Im Rahmen der Reihe "Traumstädte" hat das ZDF auch einen Film über Vancouver gedreht. Leider gibts ihn niergends zum Download, allerdings bietet die ZDF Mediathek die Möglichkeit sich die Reportage online anzuschauen (zu empfehlen bei schnellem Internetzugang). Dazu geht man HIER in die Mediathek, gibt dann in der Suche oben rechts das Stichwort 'Vancouver' ein und klickt dann bei den Suchergebnissen auf "Vancouver - Die coole am Pazifik". Allen anderen kann ich auf jeden Fall eine Diashow mit Audio-Kommentar und ein paar intressanten Fakten zu dieser Stadt ans Herz legen. Zu finden gibts das ganze HIER!


Vancouver Island - Part One

Im Rahmen unserer gemeinsamen British Columbia Rundtour sind mein Vater und ich im Juli auch nach Vancouver Island gefahren. In Victoria haben wir u.a. eine Wahle Watching Tour gemacht, nachdem wir uns in NASA-ähnliche rote Anzügegepackt haben, gabs ne Menge Robben und natürlich auch Wale zu sehen. In Nanaimo stand Kanu fahren auf dem Programm, dort haben wir ein paar Waschbeeren, einen Seeadler und auch wieder Robben gesehen. Diesmal gibts die Fotos nur als Video.
Sollten sich die Pläne nicht doch wieder ändern, gehts direkt im Anschluss an Californien im Oktober nochmal für ne Woche nach Vanc. Isl., diesmal dann endlich nach Tofino.

Sonntag, 10. August 2008

Halbzeit

...oder doch nicht?


Kaum zu glauben, aber seit meiner Abreise im Februar ist schon fast ein halbes Jahr vergangen. Die großen Abenteuer scheinen erst einmal vorbei (Fortsetzung folgt!) und das Leben in Kanada fühlt sich schon ein bisschen weniger aufregend an als noch am Anfang. Trotzdem kommt hier keine Langeweile auf und es gibt hin und wieder etwas zu berichten.

Victoria Whale Watching

Noch während der Zeit als mich mein Vater besuchen war, fuhren wir zusammen nach Vancouver Island, erst nach Victoria, der Landeshauptstadt von BC, dann weiter nach Nanimo und wieder zurück nach Vancouver.
In Victoria ergab sich für uns die Möglichkeit zum Whale Watching zu fahren. Nur um eventuelle Missverständnisse klar zu stellen, wir haben die Orcas nicht vom Kanu aus gesehen, sondern sind mit einem Speedboat ca. 30min rausgefahren. Trotzdem eine eeecht tolle Erfahrung! Die Orcas gehörten zum Kpod Clan und sind Resident Orcas, das heißt sie sind das ganze Jahr hier in dieser Gegend. Um die Wale nicht zu stören sind wir „nur“ auf 40-50m rangefahren, deswegen sind die Fotos auch nicht soo perfekt geworden, aber hey, immerhin! Wann sieht man schon mal echte freie Wale :-) Ein Video/Diaclip ist ebenfalls wieder in bearbeitung und wird die Tage dann hier veröffentlicht.


Zurück in Vancouver

...hieß es dann erst Toni verabschieden, anschließend wieder nach Downtown fahren um schon mal nach ner Unterkunft zu suchen. Die ersten 2 Tage waren sehr stressig. Weil alle Hostels belegt waren musste ich erst noch im Bus schlafen. Dann galt es eine bessere Schlafgelegenheit für die ersten Tage zu finden, den Bus zu verkaufen, eine Wohnung und einen Job zu finden, das alles wenn möglich schon gestern. Das war Freitags. Ums kurz zu machen; mein Glück hat mich auch diesmal wieder nicht verlassen und so hatte ich Samstag Abend ein Bett im Hostel, der Bus war verkauft und eine Wohnung gefunden, Einzugstermin eine Woche später. Wenn doch alles im Leben so einfach wäre! Ein Jobangebot hatte ich zu dem Zeitpunkt auch schon, das heißt es konnte sich auch nur noch um Tage handeln bis dieser Punkt erledigt war.

Bus verkauft, Wohnung gefunden

Der Bus ging für 1500$ weg, nicht ganz das, was ich mir erhofft hatte, aber dafür ging es wenigstens sehr schnell. In einer Stadt wie Vancouver nen Parkplatz zu finden ist schon die Hölle, noch dazu einen wo der Bus überhaupt hinpasst - nahezu unmöglich! Ein bisschen schade war es ja schon, aber die laufenden Kosten haben eine Weiterfinanzierung quasi unmöglich gemacht!
Umso größer war die Freude über meine neue Wohnung! Naja genau genommen ist es eine WG, hier leben ausserdem noch ein koreanischer Englisch-Student und ein japanischer Koch, der allerdings nie zuhause ist. Die Bude habe ich über Craiglist gefunden, ein großes Online-Netzwerk wo alles mögliche verkauft und angeboten wird und liegt mitten in Vancouver Downtown, wers genau wissen will kann sich das ganze HIER mal auf der Karte angucken. (Meine Adresse ist im übrigen gleich geblieben, siehe rechts) Ich hab ein gemütliches Zimmer mit Bett und Schreibtisch, dazu einen echt tollen Ausblick auf Downtown! Direkt in der Nähe ist ein kleiner Park, bis zur Vergnügungsmeile Granville Street sind es grade mal 10 min, am Strand ist man in 5 min und der Stanley Park ist grade mal 20 min, alles zu Fuß natürlich! Gleich hier nebenan verläuft die Davie Street, ein Virtel was für seine alternative Szene bekannt ist. Nur zu beruhigung – Ich habe nicht das Ufer gewechselt. Das zweitbeste ist mit Sicherheit der Preis von grade mal 350$ (umgerechnet ca. 218 Euro), im Monat, warm und mit High Speed Internet natürlich! Das ist wirklich sehr sehr günstig, in einer Stadt wie Vancouver zahlt man sonst mindestens 550-1500$ für eine Wohnung oder WG nahe Downtown! Auch hier war also wieder eine Menge Glück dabei, so ein Angebot zu finden.



Celebration of Lights

Bevor ich allerdings einziehen konnte gabs erstmal noch eine Woche im Hostel. Super Sache eigentlich, abgesehen vom 6-Bettzimmer direkt an der Straße :-) Aber ich habe eine Menge netter leute kennengelernt, sehr praktisch wenn man wieder mal neu in der Stadt ist. Gleich zu Anfang ging es dann mit ein paar Leuten zu Celebration of Lights. Ein Festival, das hier in Vancouver jeden Sommer stattfindet und über eine Million Zuschauer anlockt! Über 2 Wochen fand jewals Mittwochs und Samstags ein großes Feuerwerk statt, wobei sich dieses Jahr Kanada, die USA und China den Wettstreit um das beste Feuerwerk geliefert haben, am letzten Tag gabs dann das große Finale. Echt wahnsinn! Fotos gibt’s leider (noch) keine, ausser der Thomas schickt mir jetzt mal seine per Mail ;-)

Neuer Job

An dieser Stelle nochmal vielen Dank für die Jobvermittlung! Da Thomas, ein Freund aus Deutschland, seinen Job als Gärtner hier aufgegeben hat um nach Alaska weiter zu fahren, ergab sich für mich die Möglichkeit für ihn weiter zu arbeiten. Das „Unternehmen“ besteht im wesentlichen aus Dave dem Chef und einer Hand voll Part-Time Arbeiter. Die Arbeiten umfassen eigentlich fast alles was man als Gärtner so macht [leider kein Bäume fällen :-( ] und mit 15.50$ in der Stunde kann man sich ein Leben in Vancouver auch einigermaßen leisten.

Neue Kamera

Nicht, das ich im Vorraus bezahlt würde, aber in Anbetracht des baldigen Geldsegens, musste dann mal wieder eine neue technische Anschaffung getätigt werden. Nach einiger Zeit des überlegens und vergleichens, habe ich mich dann für eine Panasonic DMC FZ 18 entschieden. Eine Bridge Kamera mit ca. 8 Megapixeln, 18x optischer Zoom (28-504mm) und noch ein paar mehr tollen Eigenschaften. Gut, das technik-krimskrams in Kanada viiel günstiger ist als zuhause, und so gabs die Kamera, ne passende Tasche, ein 4GB Chip und ein Stativ für umgerechnet 280 Euro (In Deutschland kostet sonst allein die Kamera schon 350€!). Sooo jetzt heißt es erstmal wieder fotographieren was das Zeug hält :-)
Die ersten Fotos vom Sonnenuntergang an der English Bay sind bereits online, leider hat es jetzt nach Wochenlangem Sonnenschein heute wieder angefangen zu regnen.


Neue Reise – neue Pläne

Trotz super Wohnung und Job geht es bald schon wieder auf große Reise, man will ja schließlich noch ein paar mehr Abenteuer erleben! Am 20.09. geht es zusammen mit meiner Schwester nach Californien! Zu erst nach San Diego an der mexikanischen Grenze, anschließend weiter nach Los Angeles und San Francisco! Auch die Pläne nach Halifax zu fliegen sind wieder ausgebuddelt, aber noch nicht konkretesiert. Es stehen also noch ein paar richtungsweisende Entscheidungen an die nächsten Tage.
Mittlerweile gab es viel hin und her über mein Rückreisedatum. Es gibt dazu noch nicht wirklich was neues zu sagen. Das früheste wird Februar 2009, das späteste irgendwann im April/Mai. Es hängt einiges vom Visum, der Versicherung und meiner finanziellen Situation ab. Man darf also weiter gespannt bleiben.

Und zum Schluss

...möchte ich mich nochmal bei Petra, Doro, Toni, Sylv, Manu und all den ganzen anderen bedanken, die immernoch regelmäßig hier vorbei schauen und dann meist lange Antwort-Mails schreiben, oder einfach nur einen Kommentar hinterlassen. Danke!

Viele Grüße aus Vancouver!

Dienstag, 22. Juli 2008

Road Report

Wieder ist einige Zeit vergangen, wieder ist zu viel passiert um alles in aller Ausführlichkeit hier zu berichten. Aber der Reihe nach:
Nach der Horse Ranch in Penticton ging es für 2 Tage nach Kelowna, anschließend mit einigen Umwegen Richtung Vancouver, nach rund einer Woche auf einer weiteren Pferde Farm nahe der Stadt ging es dann mit meinem Vater auf einen langen Roadtrip durch die Rocky Mountains und die Westküste wieder nach VanCity.

Kelowna Music

Wenn man also schon mal im Okanagan ist, jener berühmten Gegend für Wein, Obst und trockenes Klima, sollte man an Kelowna nicht einfach vorbei fahren. Die Stadt ist noch etwas größer als Penticton und liegt ebenfalls am Okanagan Lake. Durch die neu gewonnene Freiheit, verbunden mit dem unschlagbar großen Vorteil der Flexibilität durch den neuen alten Bus war ein spontaner Abstecher also kein Problem.
Und wie das halt so ist, man läuft rum, guckt sich Downtown an, kommt mit Leuten ins Gespräch und schon weiß man, was abends im Dorf abgeht! Die Entscheidung viel auf das „Habitat“ wo an diesem Abend ein Konzert mit mehreren Bands stattfinden sollte. Und, suprise suprise, die Mukke war sogar richtig gut! Erst spielten 'We are the city' und später 'Mother Mother'. Beides wirklich gute Rock-Pop-Bands aus Kanada.
Und wie es dann halt auch so weitergeht, lernt man noch mehr Leute kennen, geht nach dem Konzert noch einen trinken und bekommt prompt die Einladung doch einfach noch einen Tag länger in der Stadt zu bleiben, um gleich am nächsten Abend wieder auf ein Konzert zu gehen. Super Sache! Der nächste Tag selber wurde dank minder kontrolliertem Biergenuss des abends zuvor, zu einem Strand-Erholungs-Tag. Das andere Konzert war dann nicht mehr ganz so gut, es hat sich aber trotzdem gelohnt.

The long road to Fort Langley

Ohne eine Plan für die nächsten Tage, fuhr ich dann also wieder zurück ins 5 Stunden entfernte Vancouver. Eigentlich wollte ich in einem der vielen Vororte die Nacht über residieren, die waren aber alle sowas von langweilich, dass Downtown immer näher kam, ebenso die Notwendigkeit einer Idee, wie man die folgenden Tage möglichst sinnvoll verbringen könnte!
Die Entscheidung viel dann am nächsten Tag auf eine weitere wwoofer-Farm in Fort Langley, 45min ausserhalb. Da, wie man vielleicht bereits merken konnte, meine spontane Seite der der langen Vorrausplanung stark überwiegt, hielt ich es auch nicht für nötig dort vorher mal anzurufen um mich über die Gegebenheiten zu informieren.

Die Germans und das 5. Rad

Obwohl bereits 4 andere Wwoofer da waren (und wahrscheinlich nicht genug Arbeit), hat Diane trotzdem ja gesagt und mich aufgenommen. Die Time Out Farm war ebenfalls eine Horse Ranch, allerdings ging es hier eher um Zucht und nicht um Trailrides für Touristen. Die Arbeit war aber in etwa gleich, dazu kamen dann noch einige gärtnerische Tätigkeiten die von Rosen schneiden und Beete bepflanzen bis hin zu Felder abmähen mittels Traktor reichten.
Wie sich schnell heraus stellte, waren die andern Wwoofer (2 Jungs und 2 Mädels) ebenfalls deutsche. Wir sind dann das ein oder andere mal abends unterwegs gewesen und waren sogar im Pazifik schwimmen! Nicht ganz ohne Abenteuer, als wir am White Rock Beach vom Pier ins Meer gesprungen sind und nur Sekunden später unter uns ein kleiner Hai auftauchte! Ungefähr 1,50m lang und angeblich ungefährlich für Menschen, wars trotzdem aufregend :-)
Trotz aller gemeinsamen Aktivitäten kam ich irgendwie nie so richtig in die Gruppe rein, und so wars dann auch nicht soo tragisch, als dann nach einer guten Woche auf der Farm die Rundreise mit meinem Vaddi losging.

Rocky Roadtrip

Über Penticton und Revelstoke sind wir in die Rockys nach Banff gefahren. Dort sah mittlerweile alles etwas anders aus als letzten Winter! Wir haben sogar einen kurzen Abstecher nach Sunshine Village gemacht, dem Ski Gebiet wo ich fast 3 Monate gearbeitet habe. Alles glich förmlich einer großen Baustelle, das Hotel war zur Hälfte abgerissen und wird bis zum Winter neu wieder aufgebaut. Die Pisten waren inzwischen alle grün und nicht mehr viel erinnerte hier oben an eines der größten Ski Gebiete Kanadas!
Die Route ging weiter nach Norden über den Icefields Parkway, der Touri-Tour schlecht hin. Wir machten Stops in Lake Louise (Fotos!) und einem Wilderness Hostel irgendwo im niergendwo, wo es an dem Tag sogar geschneit hat, mitten im Juli! Das Wetter wurde aber schnell wieder wärmer und wir sind weiter nach Jasper, von dort wieder westwärts aus den Bergen raus. Die Liste aller Zwischenstops und Aktivitäten würde den Rahmen dieses Eintrages sprengen. Ein bemerkenswerter Ort war jedoch das Ferienhaus von Diane und Willy, meinen vorherigen Wwoofer-Hosts, die uns eingeladen haben ein paar Tage hier zu bleiben. Das Haus liegt wunderbar gelegen an einem See, hier gibt’s 2 Motorboote, ein Quad, ein SkiDoo und noch andere Dinge die einem das Herz höher schlagen lassen :-)
Zur Zeit sind wir auf Vancouver Island, mehr darüber gibt’s dann im nächsten Blog.

Der Bus

Mittlerweile habe ich auch etwas mehr über den Bus rausgefunden. Der imense Verbrauch von nahezu 20L/100km hat uns in eine Werkstatt getrieben um den Motor mal überprüfen zu lassen. Für schlappe 120$ stellte sich dann raus, dass es sich im einen V8 mit 5,2L Hubraum und 300PS handelte! Uups! Und an dem Verbrauch hat sich dadurch auch nichts geändert. Das wird wahrscheinlich die fetteste Karre sein, die ich jeh besessen haben werde.
Da mein Goldrausch nicht sehr gewinnbringend war und auch der letzte Job schon mehrere Monate zurück liegt, ist es an der Zeit, den Van wieder zu verkaufen! In einer Stadt wie Vancouver bringt er mir sowieso nichts.

Die Zukunft ist mal wieder deutlich unterstrukturiert. Wage Plähne sehen vor, kurzzeitig einen gut bezahlten Job anzunehmen, 6 Wochen zu arbeiten und dann nach Californien zu fliegen und die ganze Kohle wieder zu verprassen! Klingt erstmal gut, wird aber mindestens so schwer, wie den alten Van wieder zu verticken! Aber da ist wenigestens schon mal ein Ansatz.
Danach würde ich gerne mal nach Toronto, die Pläne bis nach Halifax zu kommen sind mittlerweile begraben. Vielleicht gehe ich auch einfach mal wieder arbeiten...


Neben den Bildern im Album, gibt’s diesmal noch eine Diashow in Form eines kleinen Videos.
(Sound an machen!)

Mittwoch, 11. Juni 2008

Into the Wild (Part 2)

Geschichten vom Ponyhof

Um den Anspruch zu wahren, versuche ich den dokumentarischen Stil dem des Groschen Romans vorzuziehen und wie bereits angedroht, ist dieser Eintrag wieder etwas länger geworden.

Die letzten 2 Wochen war ich nun also auf der Ranch und es war einerseits genau so wie ich es mir vorgestellt habe, andererseits aber auch ganz anders!
Die Gegend um Penticton ist ein bisschen wie das kanadische Italien! Eher trocken, semi-arides Klima, aber ganz schön. Es gibt hier total viele Obst und Gemüsefarmen, scheint dafür die perfekte Gegend zu sein! Dies ist ausserdem eines der bedeutendsten Weinanbaugebiete in Kanada.

Die Farm

Anyway, das habe ich ja im vorherigen Eintrag schon beschrieben. Die Farm selbst ist 22km außerhalb der "Stadt" auf 1000m Höhe - und in einer komplett anderen Welt! Man kommt sich eher vor wie 2500km außerhalb der Zivilisation. Kein Handynetz, kein Internet. Es gibt zwar Strom, geheizt und gekocht wird aber mit offenem Feuer, bzw. Kamin. Trinkwasser gibt es hier nicht, das Wasser kommt aus einem nahe gelegenen Bach (und sieht auch so aus!). Die eine Nacht hat es ziemlich viel geregnet (ab ca. 100m oberhalb der Farm sogar geschneit!), und weil das Wasser nicht gepumpt, sondern einfach durch ein Rohr vom Bach ins Haus läuft, war es verstopft und es gab den halben Tag kein Wasser. Duschen gibts hier noch nicht, also jeden Tag im Bachwasser baden (Ok, gut geheizt natürlich). Dann ist auch noch gegen 9 Uhr heute morgen der Strom ausgefallen.
Alles in allem ein ruhiger Ort, die Pferde, Hühner und Ziegen machen nicht viel Arbeit, nur die 5 Hunde strengen an!

Vor einigen Tagen kam 'Ranger' auf die Farm, ein wenige Tage altes Kalb. Sie wurde von der Mutter verstoßen, lebt jetzt mit den Ziegen zusammen und bekommt so sogar Ziegenmilch for free - wie im Groschen Roman! Zuerst gingen alle davon aus es wäre ein Bulle, keine Ahnung wer das rausgefunden haben will. Dann kam die Tage der Tierarzt um ihn zu kastrieren, wobei sich dann herausstellte, dass es sich um eine Kuh handelt!
Ansonsten ist nichts los hier, es sind noch keine Gäste da und die Trails fangen erst später im Jahr an. Der See ist zu weit weg um einfach mal hin zu gehen.
Die ersten Tage habe ich geholfen neue Pferdezäune zu bauen. Zwischendurch dann immer mal wieder Pferde putzen oder im Garten helfen. 2 mal am Tag werden die Pferde gefüttert, die Scheune ist gute 400m unterhalb der Farm, für diese (und weitere Vergnügungszwecke) steht dafür ein Quad zur Verfügung, yeah!!

Bob und Esther, denen die Ranch hier gehört, sind beide schon ziemlich alt und Bob hat Alzheimer. Ihr Sohn James (32) wohnt auch hier in der Nähe, er hilft hin und wieder aus wenn gerade keine Wwoofer da sind. Bis gestern war noch ein anderes Mädel aus Irland hier, jetzt aber nur noch Bob, Esther und Ich.

Die Natur hier ist schwer beeindruckend. Bin jetzt seit ca. 2 Wochen hier und habe inzwischen meinen ersten wilden Bär gesehen, nen Elch, wieder mal Caribus, Black Tail Hawks (eine Art Bussard) ne ganze Menge ungiftige Schlangen und sogar eine giftige Klapperschlange!! (Fotos, Fotos!) Coyoten gibt's hier auch, die klauen manchmal 'nen Huhn. Der Bär lebt scheinbar in der Nähe, man sieht ihn öfter, die meisten wilden Tiere halten sich aber dem Menschen fern, so das es nicht wirklich gefährlich wird.

So wie hier, stelle ich mir das Leben auf nem deutschen Bauernhof vor 70 Jahren vor (ok, ohne Bär und Klapperschlange). Zuerst ist es aber erstmal ein totaler Kulturschock! Die Bude ist nicht wirklich aufgeräumt, ständig die Tiere um einen herum, alles ist son bisschen schmuddelig :-) Bei Regen tropft es an manchen Stellen rein. Aber ich muss sagen man gewöhnt sich daran! Zuerst dachte ich 'Oh mein Gott, hier hältst du es keine Woche aus!' aber mittlerweile gehts.

Quads and Trails

Sicherlich die Höhepunkte während der Zeit auf der Ranch, waren die Trailrides. Der erste war als solcher garnicht geplant. Ein paar Km von der Farm entfernt, gibt es ein größeres Grasland, in dem wir ein paar Pferde von Bob und Esther vermuteten. Sie waren dort seid ein paar Monaten und nun war es Zeit sie zurück zur Ranch zu bringen und für die Touri-Trails vorzubereiten. Wir hatten nur eine ungefähre Ahnung wo sie sein könnten und so sind wir mit 2 Quads, einer Enduro und ein paar Leuten in die Berge um nach ihnen zu suchen. Funfaktor: hoch! Landschaft: atemberaubend! Erfahrung: unersetzlich!
Nach 2 Stunden haben wir eine Menge Rinder, aber noch keine Pferde gesehen. Es war eine richtige Spurensuche und anhand von Hinterlassenschaften und Fußspuren konnten wir eine ungefähre Gegend ausmachen. Tatsächlich haben wir sie irgendwann gefunden. 11 Pferde, die uns freundlich begrüßten, danach aber nicht mehr so großen Spaß hatten uns dann auf dem Weg nach unten zu folgen! Wir hatten bloß ein paar Trensen mit, Sättel ging ja schlecht. Ein paar von uns mussten die Fahrzeuge wieder nach unten bringen, und so blieben nur ein leicht verunsicherter Tino und 3 Nachbarn um die Pferde ins Tal zu reiten. Für jemanden, der das letzte mal vor 5 oder 6 Jahren geritten ist und das auch sonst immer nur mit Sattel, keine ganz einfache Sache! Mal ganz abgesehen davon, dass die Pferde seit Oktober nicht mehr geritten wurden und wir drauf angewiesen waren, dass uns die anderen Pferde einfach folgen.

Nun, sie taten es nicht. Die 4 berittnen Pferde fanden das weniger lustig und waren umso schwerer zu kontrollieren, die andern 7 sind in irgend ein Tal abgehauen, wir haben sie an dem Tag nicht mehr wieder gesehen. Es gibt also noch Arbeit für zukünftige Wwoofer. Letztendlich hat alles andere aber überraschend gut geklappt.
Die andern Trails waren etwas entspannter. Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, die Landschaft ist einfach unglaublich. Weite, offene Täler, Wälder und Grasland wechseln sich mit Lavendel-überwachsender Heidelandschaft ab. Die Fotos können das wohl nur ansatzweise vermitteln.

Yeeeha Cowboy!

Mit der Zeit stellte sich der Job auch als weitaus vielfätiger herraus. Zuletzt bin ich mit James Bäume fällen gewesen, ganze 200 Stück! Alles für zukünftige Zaunbauprojekte. Der Wald war ziemlich weit draussen, obwohl genau vor der Tür auch welcher gewesen wäre, wie auch immer, jener war für solche Aktivitäten ausgewiesen und wird auch wieder aufgeforstet. Vor wenigen Jahren hat es hier einen sehr großen Waldbrand gegeben und man sieht immernoch die verkohlten Baumstümpfe, vieles wurde aber auch schon wieder neu gepflanzt.
Es ist ganz interessant mal ein bisschen hier rum zukommen und auch einiges über die Gegend zu erfahren. Zum Beispiel hat es hier in den letzten 30 Jahren über 17 Flugzeugunglücke gegeben, und das in unmittelbarer Nähe zu der Ranch! Das liegt unter anderem daran, dass die Berge sich um Penticton sehr steil erheben und viele Piloten zudem noch die Fallwinde unterschätzen. Dieses Gebiet ist ausserdem ein wichtiges Trainigsgebiet für angehende Helikopter Piloten. Wegen der abwechslungsreichen Landschaft, können hier hier trainierte Piloten so gut wie überall auf der Welt eingesetzt werden.

Die Ranch liegt mitten im Outback, wie man in Australien sagen würde. Viele Rinder von umliegenden Farmen laufen frei herum und grasen die umliegenden Weiden ab. Manchmal kommen sie auch etwas zu nahe, und so hatten wir vor 2 Tagen einige ausgewachsene Bullen bei uns im Vorgarten stehen. Ungefähr die Sorte, bei der man sich wünscht einen 2m hohen Zaun zwischen sich und einem solchen zu haben :-) Als wurde der Pferdejob kurzehand zum Cowboy Abendteuer und wir haben das ganze Viehzeugs mittels Quad, Pick up und den lästigen Kötern ein paar Meilen weiter geschickt. Der Spaß- und Coolnessfaktor während der ganzen Aktion war nicht zu unterschätzen :-)

Vor ein paar Tagen habe ich mir ein Auto gekauft. Den Gedanken hatte ich schon was länger, und da hat sich herausgestellt, dass ein Nachbar seinen 1977er Doge Caravan verkaufen wollte! Für 31 Jahre sieht das Teil echt sehr gut aus und es ist komplett ausgebaut; das heißt Bett für 2, kleiner Kühlschrank, Herd, Ofen, Heizung. Fährt sich gut, Bremsen sind in Ordnung. Kleiner Nachteil ist, der schluckt einiges. Gut, dass Sprit hier vergleichsweise günstig ist, ca. 0.87 Euro pro Liter.
Um den Preis noch zu drücken, habe ich angeboten einen Teil einfach abzuarbeiten.

Gold! Gold! Gold!

Nun bin ich grade bei Theo & Anne, entfernteren Nachbarn von Bob und Esther. Wir haben abgemacht 2 Tage Feuerholz zu machen, dafür habe ich nochmal 20% Rabatt auf den Bus bekommen. Die Arbeit heute war mehr Spaß als wirklich Arbeit. Wir sind rauf auf den Berg gefahren, hier gibt es überings ein weiteres Ski Gebiet! Nicht so groß wie Sunshine Village, aber auch nicht klein. Es lag sogar immernoch ein bisschen Schnee dort oben (2500m)! Es ist immer ein etwas ungewohnter Anblick, die ganzen Skipisten im Sommer zu sehen. Es fehlt einfach der ganze Schnee!
Wir haben also ein paar Bäume gefällt und diese dann anschließend gehackt und gestapelt. Theo spielt wohl hin und wieder Golf, er hat ein paar Schläger in der Garage. Als ich ihn drauf angesprochen habe, hat er mir kurzehand die Grundzüge des Golfspielens beigebracht und wir haben ein paar Bälle ins Niemandsland geschickt. Sehr lustige Aktion. Anschließend haben wir noch eine Runde Hufeisen werfen gespielt. Ein sehr populärer Sport unter den locals! Heute Abend haben mich beide noch zum Essen eingeladen. Es ist ganz und garnicht so als würde ich hier etwas abarbeiten :-)
Das beste kommt aber vielleicht noch! Es gab hier am Berg mal einige Goldminen, die alten Zeiten sind längst vergangen, aber angeblich gibt es hier immernoch Gold! Theo ist Geologe und war ein paar mal Gold schürfen und da der Creek hier gleich vor der Tür liegt, werde ich morgen lernen wie man Gold schürft!
Der Pflichtteil besteht dann noch darin ein kaputtes Rohr zu reparieren, welches einen nahen See mit Wasser aus dem Creek versorgt. Keine Ahnung was da genau kaputt ist, aber es hörte sich interessant an.

Schlussendlich ist es dann wieder an der Zeit, das Lower Okanagan zu verlassen und sich nach einer neuen Bleibe umzuschauen. Wohin genau weiß ich noch nicht, es ist ja noch ein Tag Zeit dies zu entscheiden.

Bis dahin,

Grüße aus Penticton :-)

Geschrieben am 23.06., veröffentlicht am 25.06.


Nachtrag: Wir haben gestern tatsächlich Gold gefunden! Zugegeben es war nicht viel und auch nur mit der Lupe zu erkennen. Aber hey, immerhin!
HIER gehts zu den Fotos!

Mittwoch, 4. Juni 2008

Phoenix, Seattle & Penticton

Ich war wieder viel unterwegs, Zeit für ein weiteres Update!

Los gings vor ein paar Tagen von Milwaukee nach Seattle. Es ist um einiges günstiger innerhalb der USA zu fliegen, als z.B. direkt bis nach Vancouver. Der Flug ging über Phoenix in Arizona, was mir zwar an die 7h Flugzeit bescherte, allerdings auch eine kleine Sightseeing Tour! Es ging einmal über das Monument Valley, und sogar über den Grand Canyon! Alle Fotos gibts in einem neuen Album!



In Phoenix war es ziemlich heiß (35°C), kein Wunder, liegt ja auch mitten in der Wüste. In Seattle dagegen ortstypisch verregnet und kalt. Das Hostel lag dieses mal nicht dirkt in Seattle Downtown sondern auf einer kleinen vorgelagerten Insel; Vashon Island. Mit der Fähre ist man in ca. 30min aber ziemlich flott in der Stadt.

Vashon Island ist ganz schön, sehr grün, viele Strände und ziemlich ruhig. Das Hostel liegt sehr abgelegen, war wohl früher mal ein Bauernhof oder so. Es gibt ein paar Zelte in denen man bei gutem Wetter auch übernachten kann. Ansonsten auch hier wieder viel Wald und Wiesen drum herum. Auch hier von gibts wieder Bilder.
Zusammen mit ein paar Schweizer Backpackern wollte ich am ersten Tag eine kleine Kanu Tour machen, der Verleih-Shop war am anderen Ende der Insel (immerhin 12 Meilen!) und zur Fortbewegung blieben uns nur ein paar Umsonst-Fahrräder vom Hostel. Ganz schön anstrengend bei dem auf und ab auf der Insel!
Der Kanu Verleih hatte leider zu und so sind wir halt noch ein bisschen auf der Insel rumgegurkt, was auch nicht schlecht war :-)

Am 2. Tag hats (wie immer in Seattle) geregnet. Jetzt weiß ich auch warum hier der Grunge erfunden wurde!
Es half alles nichts und schließlich wollte man ja auchmal die Stadt sehen. Selbige ist relativ unspektakulär und nicht zu vergleichen mit Chicago. Alles ist ziemlich auf Autos ausgelegt und es gibt keine Promenade oder Parks in Downtown. Seattle hat ein ganz cooles Nahverkehrssystem; Unter der der Stadt verlaufen Tunnel wo ganz normale Busse fahren, innerhalb Downtowns sogar umsonst! Die Skyscraper sind vergleichbar mit denen anderer Großstädte in den USA. Vom Dach des Columbia Centers hat man einen guten Überblick auf die Stadt.

Am Freitag ging es dann schon um 5 Uhr morgens los, mit der erste Fähre aufs Festland, einmal durch Downtown und dann mit dem Greyhound nach Vancouver. Von dort gings sofort weiter nach Westbank, nochmal umsteigen und dann endlich nach Penticton. Um 22 Uhr, 17 Stunden später war ich da :-)

Und das noch nichtmal mit einem guten Grund! Von der Horse Ranch gabs immernoch keine Zusage. Gut, wenn man sich auf sein Glück verlassen kann; Also einmal kurz angerufen, alles klar, gleich werd ich abgeholt und dann gehts zur Apex Mountain Guest Ranch! Da sach nochmal wer das Leben ist kein Ponyhof!

Soweit man das jetzt schon sagen kann ist das Kaff hier ganz schön. Zwischen 2 großen Seen, eingebettet in ein großes Tal mit bewaldeten Bergen rechts und links. Pen-Tak-Tin bedeutet in der Sprache der Salish Ureinwohner soviel wie 'A place to live forever'. Durchschnittlich scheint hier über 2000 Stunden im Jahr die Sonne, mehr als in Honolulu! Heute ist einer der seltenen Tage an denen es bewölkt und eher regnerisch ist, aber das soll sich bald ändern.

Gleich gehts also auf die Farm, in absehbarer Zeit gibts also wieder einen neuen Eintrag :-)

Als kleines Feature gibts jetzt rechts noch einen kleinen Überblick über alle zurück gelegten Entfernungen!